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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Reinhard Kaiser. Im März 2004 wurde bei Susan Sontag Leukämie in der schlimmsten Form diagnostiziert. Die Frau, die schon zweimal den Krebs überlebt und einen berühmten Essay darüber geschrieben hatte, beschloss, den Kampf gegen die Krankheit auch dieses Mal aufzunehmen. Ihr Sohn David Rieff beschreibt in seinem Erinnerungsbuch, was es für ihn bedeutete, einer wahrheitshungrigen Mutter in ihrem letzten Lebensjahr Lügen erzählen zu müssen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
David Rieff über seine Mutter Susan Sontag - Leseprobe bei Hanser
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2009
Man kann sich schon fragen, beginnt Mara Delius ihre Kritik, wie das gut gehen soll: David Rieff, einziger Sohn Susan Sontags, schreibt über das Sterben seiner Mutter. Es geht aber gut, und zwar, wenn man dieser Kritik glauben darf, auf äußerst überzeugende Weise. Das hat freilich, so Delius, auch damit zu tun, dass Rieff in Wahrheit nicht über das Sterben, sondern über das fanatische Festhalten am Leben seiner Mutter schreibt. Auf diese Weise entstehe das Psychogramm einer Erfahrungs- und Lebenssüchtigen, die als einziges auf der Welt den eigenen Tod nicht wahrhaben will und wohl auch nicht kann. Sehr angenehm sei es, dass Rieff keine Versuche unternimmt, eine psychologische Innenansicht der letzten Lebensmonate Sontags zu gewinnen. Der Respekt, aus dem heraus der Sohn die "Schwäche" seiner Mutter eher "ver"- als "enthüllt", gehört für die Rezensentin zu den überzeugendsten Zügen dieses Buchs.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.04.2009
Augenscheinlich wenig kann Rezensentin Susanne Mayer dem Buch des Essayisten und Journalisten David Rieff über das Sterben seiner Mutter Susan Sontag abgewinnen. Prinzipiell ist ihr wohl der Blick zu gnadenlos, der hier auf diese Frau geworfen wird, fehlt aus Sicht der Rezensentin so etwas wie Mitgefühl in der Betrachtung. Dafür wartet es für ihren Geschmack mit einer Überdosis Selbstmitleid auf. Rieff präsentiere sich als Kronzeuge unvorstellbaren Leides, doch scheint er gerade das zu zerstören, wofür Susan Sontag in ihren eigenen intellektuellen Auseinandersetzungen mit der Krankheit selbst stets plädierte: den Respekt vor der geistigen und körperlichen Integrität des Kranken. Auch habe Sontag selbst nie über das eigenen Leid geschrieben, während dieses Buch hier sich nun kaum vom eigenen Leid zu lösen vermöge. Dies geht der Rezensentin sichtlich gegen den Strich, weil sich ständig die Betroffenheit des Autors vor sein Thema schiebt, während dahinter die Tote nach Ansicht der Rezensentin demontiert wird.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.04.2009
Alle naheliegenden Bedenken gegen dies Buch räumt die Rezensentin Ursula März in ihrer Rezension erst mal aus: Susan Sontags Sohn schreibt über das Sterben seiner Mutter, ihre panische Lebenssucht - muss das nicht schrecklich voyeuristisch ausfallen? Muss es nicht, das beweist David Rieff hier. Vielmehr ist das wohl gerade sein Vorwurf gegen die totgeschwiegene langjährige Sontag-Lebensgefährtin Annie Leibovitz, dass sie mit ihren Fotos der schwer kranken Denkerin diese den voyeuristischen Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt hat. Die Probleme des Buchs liegen für März woanders, darin nämlich, dass der allzu mitfühlende Sohn dem eigentlich sehr scharf analytischen Essayisten Rieff im Weg steht. Was dazu führt, dass die Lektüre jederzeit interessant sei, das ganze insgesamt aber etwas "diffus" bleibe.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.03.2009
David Rieff ist mit seiner Schilderung des Krebstodes seiner Mutter, der Schriftstellerin und Essayistin Susan Sontag ein "mutiges Buch" gelungen, urteilt Rezensent Oliver Pfohlmann. Seine anfängliche Skepsis darüber, dass hier ein Sohn über das Leiden seiner Mutter berichtet, wird von Rieffs Buch schnell überwunden. Rieff, ein politischer Journalist von einigem Ruf, thematisiert, wie der Rezensent hervorhebt, immer wieder die eigenen Selbstzweifel. Dadurch sieht Pfohlmann ihn vor dem Obszönitätsverdacht bewahrt, dem sich etwa Tilman Jens mit seinen Ausführungen über die Demenzerkrankung seines Vaters aussetze. Während Rieff im Privaten Diskretion walten lasse, stelle er gleichzeitig Fragen, die weit über die Grenzen des Persönlichen und des individuellen Leidens hinaus relevant seien, stellt der Rezensent beeindruckt fest. So suche Rieffs Bericht eine Antwort darauf, wie man mit Sterbenden und mit der eigenen Vergänglichkeit umgehen solle und welche Grenzen der Medizin gesetzt seien. Dass seine Suche nach Antworten vergeblich bleibe, schmälert den Eindruck, den Rieffs Essay auf den Rezensenten gemacht habe, in keiner Weise.
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