Seit den 1970er Jahren haben Familien mit überdurchschnittlichem Lebensstandard Au-pairs für die Betreuung ihrer Kinder aufgenommen. Waren es nur fehlende Alternativen oder gab es andere Motive, warum diese Familien Au-pairs aufgenommen haben? Welches gesellschaftspolitische Klima begünstigt diese private Form der Kinderbetreuung?Au-pairs hatten meist mehrere Rollen zu erfüllen: Neben der zeitlichen Ergänzung im Geflecht von Betreuungs-/Bildungseinrichtungen und Familie waren sie insbesondere eine "Verlängerung der Mutter", damit diese sowohl den Anforderungen der Arbeitswelt gerecht werden als auch ihrem Anspruch genügen kann, den Kindern eine an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtete Betreuung im familiären Umfeld zu bieten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2009
Nach der Lektüre kann sich Ernst Horst ein Au-pair als glückliches Dienstmädchen vorstellen. Wenigstens die, die in einer der gut situierten Wiener Familien unterkommen, über die Maria Orthofer hier anhand von Interviews und Archivmaterial des Katholischen Jugendwerks Österreichs berichtet. Was der von der Autorin in den Blick genommene Zeitraum von 1978 bis 2000 an Erkenntnissen noch hergibt, meint Horst, lässt sich durchaus auf andere deutschsprachige Großstädte übertragen. Für Horst ergibt sich ein "konsistentes Bild", in dessen Zentrum allerdings eher die mittelgroße moderne Familie und ihre Geschlechterrollen steht als das Au-pair.
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