Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kathrin Kompisch

Täterinnen

Frauen im Nationalsozialismus

Cover: Täterinnen

Böhlau Verlag, Köln 2008
ISBN-10 341220188X
ISBN-13 9783412201883
Gebunden, 277 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Lange Zeit wurde die Rolle von Frauen im "Dritten Reich" meist auf die von Opfern reduziert. Die Täterinnen-Ebene blendeten Forschung und Öffentlichkeit gerne aus. Allzu schnell war vergessen: Frauen waren Angehörige der SS gewesen, hatten Konzentrationslager bewacht und weibliche Häftlinge brutal misshandelt, als Ärztinnen und Krankenschwestern bei Menschenversuchen und "Euthanasie"-Aktionen assistiert oder als Fürsorgerinnen die nach NS-Ideologie "Minderwertigen" zur Zwangssterilisation vorgeschlagen. Den wenigen Frauen, die wegen ihrer Beteiligung an den menschenverachtenden Taten des NS-Regimes verfolgt und verurteilt wurden, wurde eine besonders grausame und eher unweibliche Natur nachgesagt. Mit dieser Dämonisierung machte man nicht nur die Auseinandersetzung mit ihren Taten und Motiven überflüssig, sondern schuf zudem eine Distanz zur Mehrheit der "normalen" Frauen. Daher ist noch heute das populäre Bild des "Dritten Reiches" durch die männlichen Nazi-Größen und -Mitläufer geprägt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.03.2009

Als einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der "Täterinnenforschung" beurteilt Ludger Heid die Bücher von Kathrin Kompisch und Marita Krauss, die sich beide mit dem Thema der Frau im Nationalsozialismus befassen. Etwa zehn Prozent des Personals in den deutschen Konzentrationslagern bestand aus Frauen, teilt der Rezensent mit, dargestellt wurden diese später aber fast ausschließlich als schwache Handlangerinnen und Statistinnen des Verbrechens. Beide Bücher belehren nun eines Besseren, stellt Heid fest. Diesmal, so meint der Rezensent, werden die Frauen des NS-Systems als das gezeigt, was sie waren: Täterinnen, die freiwillig und aus Überzeugung Teil hatten an den Verbrechen der Nazis.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren