Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Eine junge Frau wird auf ihrer Arbeitsstelle brutal überfallen und anschließend in einen Bunker verschleppt, wo sie tagelang gefangen gehalten wird. Was will der Entführer von ihr? Andrea Maria Schenkels drittem Roman liegt kein wahrer Fall zugrunde. Die menschlichen Abgründe, die sie aufzeigt, sind jedoch sehr real.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009
Andrea Maria Schenkels dritter Kriminalroman ist ihr erstes Buch, das sich nicht auf historische Begebenheiten stützt und somit so etwas wie ein "zweites Debüt", meint Tobias Gohlis. "Bunker" lebt von der Ununterscheidbarkeit von zwei Ich-Erzählern, einem Entführer und seinem Opfer, und der Unbestimmtheit von Zeit und Ort, und irgendwie erinnert es den Rezensenten in seiner mäandernden Struktur an ein "barockes Musikstück". In extrem komprimierter Form biete es eine Ansammlung von "Horror", den ein Autor wie Stephen King auf zehnmal so vielen Seiten ausgebreitet hätte, so Gohlis und angesichts dieser erzählerischer Ökonomie schwingt schon Bewunderung mit. Warum er sich für das Buch dennoch nicht richtig begeistern kann, liegt am seiner Ansicht nach allzu konstruierten Handlungsgerüst, den allzu gedrängten Geschehnissen und der fehlenden "Intensität". Trotzdem betont der Rezensent, dass "Bunker" weder "billig" noch enttäuschend sei, sondern vielmehr als "Etüde" auf dem Weg der literarischen Weiterentwicklung Schenkels zu werten sei.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.03.2009
Von Andrea Maria Schenkels drittem Kriminalroman "Bunker" ist Burkhard Müller enttäuscht und er sieht darin sogar eine der wichtigsten Grundregeln des Genres verletzt. Eine junge Angestellte einer Autovermietung wird entführt und erst in einen Bunker, dann im Dachgeschoss einer alten Mühle gefangengehalten, beginnt der Rezensent zusammenzufassen. Bald bricht er aber seine Inhaltsangabe ab, nicht, wie er versichert, weil er Angst hat, zuviel zu verraten, sondern weil seiner Ansicht nach einfach zu viel passiert für das schmale Buch. Es gebe konkurrierende Tatmotive, eine "fahrige Dramaturgie" und insgesamt einen wenig plausiblen Handlungsablauf, ärgert sich Müller. Am meisten aber stört ihn, dass durch die Schilderungen aus der Innenperspektive sowohl des Opfers als auch des Täters dem Geschehen jeglicher Geheimnischarakter genommen wird, was dem Charakter des Krimis grundsätzlich zuwider läuft, wie er meint.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2009
Die hohen Erwartungen nach ihren beiden vorausgegangenen Bestsellern erfüllt Andrea Maria Schenkel laut Hannes Hintermeier nicht. Zwar erscheint ihm der in diesem Roman eröffnete fiktive Abgrund inklusive Stockholm-Syndrom, Opfer- und Täterperspektive und deftigen ausformulierten Gewaltfantasien durchaus kompliziert. Spannung oder intelligente Unterhaltung bedeutet das für den Rezensenten jedoch noch lange nicht. Die Handlung erscheint ihm vorhersehbar, Schenkels gefeierte sprachliche Lakonie wie ein alter Schuh und die Figurenrede derart naiv, dass er die ohnehin geschundenen Charaktere in diesem Buch einer empathielosen Autorin schutzlos ausgeliefert sieht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.02.2009
Großen Eindruck hat Andrea Maria Schenkels "Bunker" bei Sylvia Staude hinterlassen. Der Roman um einen Mann, der eine Autovermietung überfällt, die Angestellte als Geisel nimmt und sich mit ihr ein Duell liefert, bei dem sich beide immer tiefer in den Schlamassel reiten, ist für Staude ein "Ereignis". Sie bewundert die Strenge der Autorin gegenüber sich selbst. Schenkel versage sich jede Schablonenhaftigkeit, jedes Krimi-Klischee. Und sie schreibe Sätze, die, so die Rezensentin, "klar und eisekalt sind und die trotzdem das Ungeheuerliche von Gewalt zwischen Menschen fassen".
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