Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit zahlreichen Schwarzweißabbildungen. Welch ein Leben: Vom jüdischen Außenseiter aus Ostgalizien zum Wiener Studenten und Weltkriegssoldaten, vom Starjournalisten der Weimarer Republik und Reisereporter zum österreichischen Literaten mit Weltruhm, der als verlorener Trinker im Pariser Exil stirbt. 70 Jahre nach Roths Tod wird sein Leben nun in dieser Biografie neu erzählt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2009
Enthusiastischer Lobgesang schallt uns aus Johannes Willms' Kritik zu Wilhelm von Sternburgs Biographie des Schriftstellers Joseph Roth entgegen, die nun in dessen siebzigstem Todesjahr erschienen ist. Neben der Akribie und Detailfülle ist es vor allem die "Empathie", mit der der Autor das Leben Roths beschreibt, die den Rezensenten für die Biografie begeistert und er ist sich sicher, dass das Buch auf absehbare Zeit das Hauptwerk zu Leben und Werk des im galizischen Brody geborenen Schriftstellers sein wird. Die Lebensbeschreibung des als Kind unter Armut und einem abwesenden, weil wahnsinnigen Vater leidenden Roth, der selbst früh dem Alkoholismus verfiel und 1939 im Pariser Exil starb, ist dramaturgisch zudem äußerst geschickt aufgebaut, lobt der Rezensent. Dass Sternburg nicht um einer stringenten Lebenserzählung willen versucht, die Brüche und Schwächen dieses Lebens zu kaschieren, gefällt Willms besonders, und er preist, dass der Autor neben einer überzeugenden Biografie auch den historisch-kulturellen Hintergrund dieses bewegten Lebens plastisch zu schildern vermag.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2009
Hohe Anerkennung zollt Oliver Pfohlmann dieser Biografie Joseph Roths, die Wilhelm von Sternburg vorgelegt hat. Die Herausforderung, die das widersprüchliche, romanhafte Leben dieses großen Schriftstellers für einen Biografen darstellt, sieht er zum einen in den zahlreichen Legenden, die Roth von sich in Umlauf gebracht hat, zum anderen in der schlechten Quellenlage. Sternburg meistert diese Herausforderung nach Ansicht Pfohlmanns vorzüglich. Er attestiert ihm, die Selbststilisierungen des Schriftstellers "behutsam" zu korrigieren und, wo die Quellen dürftig sind, das wenige, was man weiß, in sachkundige Ausführungen über die historischen Zusammenhänge einzubetten. Zudem begrüßt Pfohlmann, dass Sternburg den Journalisten Roth ebenso intensiv beschreibt wie den Erzähler. Auch die psychologischen Deutungen etwa von Roths Alkoholismus scheinen ihm sensibel und nie denunzierend. Insgesamt schätzt er das Werk als ebenso "glänzend wie souverän" erzählt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2009
In seiner Besprechung von Wilhelm von Sternburgs Biografie des vor siebzig Jahren verstorbenen Joseph Roth wirbt Roman Luckscheiter für eine Lektüre des großen Schriftstellers und wünscht sich dessen Wiederentdeckung. Über Sternburgs Buch äußert er sich dagegen verhalten. Zwar attestiert er dem Autor, eine Unmenge von Zitaten und Daten versammelt und in einen großen historischen Zusammenhang gestellt zu haben. Die Entstehungsbedingungen von Roths Werk werden für ihn dabei recht deutlich. Aber Sternbergs routinierte und detaillierte Darstellung scheint ihm auch mit einem Nachteil verbunden. "Die Einzigartigkeit des Stilisten Roth, die Sogkraft seiner Romane und die intellektuelle Lebendigkeit seiner Essays?, sah der Rezensent mitunter in einer Flut von Informationen untergehen.
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