Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Daoud Hari

Der Übersetzer

Leben und Sterben in Darfur

Cover: Der Übersetzer

Karl Blessing Verlag, München 2008
ISBN-10 3896673769
ISBN-13 9783896673763
Gebunden, 255 Seiten, 19,95 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Elsbeth Ranke. Daoud Hari vom Stamm der Zaghawa verließ seine Familie, um die Schule zu besuchen, lernte Arabisch und Englisch. Er reiste illegal nach Ägypten und Israel, um Geld zu verdienen, wurde aufgegriffen und nach Darfur zurückgeschickt. Das Wiedersehen in der Heimat sollte kurz sein: Sein Dorf wurde, wie unzählige andere, ausgelöscht. Statt wie viele seiner Freunde zum Gewehr zu greifen und sich einer Rebellengruppe anzuschließen, tat Hari das, was er konnte: zuhören. Vom Tschad aus führte er Journalisten aus Europa und den Vereinigten Staaten über die Grenze in die gefährlichsten Gebiete Darfurs. Zusammen mit internationalen Beobachtern sprach er in Flüchtlingslagern mit Hunderten von Menschen und übersetzte ihre Geschichten. Im August 2006 verhaftete man ihn und einen Reporter der Chicago Tribune, bezichtigte ihn der Spionage, verhörte ihn unter Folter und drohte ihm mit Exekution. Über einen Monat später konnte er befreit werden.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Daoud Hari: Der Übersetzer - Leseprobe beim Karl Blessing Verlag

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.02.2009

Für Gaby Mayr ist das ein wertvolles Buch. Was der Übersetzer Daoud Hari hier an grauenhaften Fakten aus seiner Heimat Darfur zusammenträgt, scheint das Zeug zu haben, das westliche Desinteresse zu überwinden. Zu diesem Schluss kommt Mayr, weil der inzwischen in den USA lebende Autor es schafft, sie als Leserin an die Hand zu nehmen und ihr die Konfliktlage begreiflich zu machen. Mayr liest über konstruierte Identitäten, Kindersoldaten und den Genozid, während der Konflikt weiter schwelt. Insofern ist das Buch für sie ein Appell an den Westen, tätig zu werden. Dass Hari seine neue Heimat USA mitunter glorifiziert, findet sie vor diesem Hintergrund verzeihlich.

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