Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Katalanischen von Heike Nottebaum. Wie in ihrem ersten Roman, aber diesmal aus der Sicht einer jüngeren, selbstbewussten Generation, hat sich Maria Barbal erneut dem großen Thema auseinander brechender Traditionen, dem Verlust familiärer Nähe und Liebe zugewandt. Rita, sie könnte die Enkelin von Conxa, der Hauptfigur in "Wie ein Stein im Geröll", sein muss von jüngster Kindheit an mit der Verschlossenheit, dem abweisenden Schweigen und der Unfähigkeit ihrer Mutter leben, Freude oder gar Liebe zu empfinden. In immer neuen Anläufen, in Gesprächen, Fragen und Erinnerungen versucht die Tochter dem Geheimnis dieses beklemmenden Verhaltens auf die Spur zu kommen und entdeckt dabei das "innere Land" ihrer Mutter, das geprägt ist von Verlassenheit, Einsamkeit und Trauer um den Vater, der im Bürgerkrieg abgeholt wurde und nie wiederkam, von Verzweiflung über die Familie, die durch den Krieg ihre Heimat und ihre selbstverständliche Sicherheit verlor.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2009
Maria Barbals Roman über die Franco-Zeit wurde in Spanien mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, berichtet Rezensentin Sabine Brandt. Bei ihr hat der Roman allerdings nicht die ganz große Begeisterung ausgelöst. Die Lektüre erfordert in ihren Augen immer wieder große Disziplin, schon um in der Überfülle von Personen, ihren Beziehungen zueinander und ihren Schicksalen nicht die Übersicht zu verlieren. Sie empfiehlt zudem, das Nachwort des Literaturwissenschaftlers Pere Joan Tous über die hierzulande nicht so bekannten historischen Zusammenhänge und Hintergründe des Romans zuerst zu lesen. Dass das Buch mit einem Glossar versehen ist, das spanische oder katalanische Ausdrücke erklärt, kann Brandt nur begrüßen, hätte sich aber auch eine Liste der Personen und ihrer Verbindungen gewünscht. Ihr Hauptkritikpunkt scheint, dass das Werk, das politische Geschichte, Familiensaga und Mutter-Tochter-Drama vereint, schlicht überfrachtet ist. Glücklicher wäre die Rezensentin geworden, wenn die Autorin die Überfülle des Stoffes auf "wenigstens zwei Romane" aufgeteilt hätte: einen über die "Leiden unter der politischen Diktatur, den anderen über die banalen Schwierigkeiten in einer alltäglichen Familie".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.01.2009
Dem einschläfernden Effekt langer monologischer Rede (hier: einer Tochter an ihre Mutter) begegnet die Autorin mit einem Kniff. Franziska Augstein ist heilfroh darüber, kann sie Maria Barbals Roman so doch ohne Aufputschmittel genießen. Die von Barbal so geschickt als Rede der noch kindlichen Tochter begonnene Spurensuche ins "Innere Land" der unter dem Franco-Regime und dem spanischen Machismo leidenden Mutter liest sie als bis in die Sprache hinein erfahrbare plausible Entwicklungsgeschichte. Dem befreienden Erkenntnisprozess der Tochter hat die Autorin die Emanzipation Spaniens von seinem Diktator parallelisiert. Für Augstein Grund genug, auf den Fortgang der Geschichte neugierig zu sein. Gegen Ende des Buches wird die Rezensentin dafür aber auch überraschend reich belohnt: Mit einem ein historischen Mini-Krimi und einer "zarten" Liebesgeschichte.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








