Grenzen gewannen in den neunziger Jahren einen neue Aktualität: Sie veränderten nach dem Ende des jahrzehntelangen Status-Quo-Denkens der Ära des Kalten Krieges ihre Qualität, gerieten stellenweise in Bewegung, entstanden neu oder sind umstritten. Damit wurden gleichzeitig Grenzen als historisches Problem wieder neu bewußt. Der Herder-Forschungsrat hat gemeinsam mit dem Herder-Institut im Jahre 1995 eine interdisziplinäre und internationale Tagung abgehalten, in der Grenzen in Ostmitteleuropa als Problem der Forschung für das 19. und 20. Jahrhundert in den Blick genommen wurden. Im vorliegenden Band sind die aktualisierten Tagungsreferate wiedergegeben und zusätzlich einige Informationen über Projekte zu Problemen der Grenzen in dieser Großregion des aktuellen geschichtswissenschaftlichen Diskurses über Grenzen aufgenommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2000
Helmut Altrichter weist zunächst darauf hin, dass die Beiträge dieses Bandes ursprünglich Referate einer Tagung im Herder-Institut Marburg (1995) waren, allerdings ist er der Ansicht, dass sie "nichts von ihrer Aktualität verloren" haben. Dies liegt vor allem daran, dass - wie der Rezensent anmerkt - nicht nur die Gegenwart beleuchtet wird, sondern versucht werde, die Problematik "grundsätzlicher anzugehen und einige ihrer historischen Wurzeln freizulegen". Anschließen informiert Altrichter den Leser über die Schwerpunkte der einzelnen Beiträge und hebt dabei besonders Hannelore Burgers Text über "Grenzen und Grenzüberschreitungen im Habsburgerreich" sowie Hanns Haas` Überlegungen zu der "Prägekraft des Ethnischen und Nationalen im dörflichen Mikrokosmos an der österreichisch-tschechischen Grenze" hervor. Altrichter räumt ein, dass das umfangreiche Thema in diesem Band nicht vollständig bearbeitet werden konnte. Zu weiterführenden Studien leiste jedoch die angefügte Bibliografie "hilfreiche" Dienste.
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