Das Hauptwerk von Joseph Comte de Maistre (1753-1821) ist seit 1824 auf Deutsch nicht mehr greifbar. Für unsere Ausgabe wurde die ursprüngliche Übersetzung von Moritz Lieber gründlich überarbeitet und mit einer Einleitung von P. Glaudes, dem Herausgeber der maßgeblichen kritischen französischen Edition sowie einem Essai über de Maistres Stellung zum Krieg von Jean-Jacques Langendorf versehen. In elf Gesprächen legt Joseph de Maistre das göttliche Fortwirken in der Schöpfung dar. De Maistre musste damals wie heute provozieren, mit seinem Lob des Henkers, das das Werk eröffnet, mit seinem Lobpreis des Krieges, mit der Rechtfertigung des Leidens auch der Unschuldigen, das durch sein mystisches Gesetz der Reversibilität den Schuldigen zugute kommt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2009
Andreas Dorschel scheint Hoffnung zu schöpfen aus diesem Buch. Keine Frage für ihn, dass sich Joseph de Maistres philosophisch wie literarisch faszinierende Gespräche nicht zusammenfassen lassen. Keine Frage auch, dass der Leser mit dieser, wie Dorschel schreibt, genauen, lesbaren und mit den Ideen der Restauration vertrauten Übersetzung Moritz Liebers zum Zeugen eines Denkprozesses wird, der zwar, urban genug, zu keinem Abschluss kommt, der aber, so versichert uns Dorschel, ein Lehrgang in "Diplomatie als Denkform", der wichtigste Beitrag zur Theodizee im 19. Jahrhundert sowie eine Lehre vom Krieg und vom Schmerz in einem darstellt.
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