Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2009
Klein aber oho findet Ulrich Rüdenauer diesen Roman von Jens Wonneberger. So beiläufig ihm das Kammerspiel um die Abgründe des Alltags erscheint, wenn der Held, schrulliger Nachfahre aller unbehausten Angestelltenfiguren der Literatur, wie Rüdenauer vermerkt, Glück und Unglück des heimlichen Observierens seiner Nachbarn durchlebt, entwickelt sich das für den Rezensenten zum Tableau von der Entfremdung von Ich und Welt. Wonnebergers trauriger, lakonischer Ton, der Rüdenauer angenehm an den frühen Wilhelm Genazino erinnert und der "manchmal ins Komische kippt", beschert ihm ein wunderschönes Lektüreerlebnis.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…