Vieles, was noch vor wenigen Jahren als mondän galt wie z.B. das Rauchen, wird in unserer heutigen Kultur als schmutziges, gesundheitsgefährdendes Ärgernis thematisiert. Früher wurden solche Praktiken kulturell aufgehoben, indem man sie in einen Rahmen des "Heiligen" stellte. Gegen dieses "Heilige" macht nun eine Vernunft Front, die sich als "rein" versteht und die Welt entzaubern möchte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2009
Äußerst interessiert ist Paul-Philipp Hanske den erhellenden Auslassungen von Robert Pfaller zum allgemeinen Lustverfall der heutigen Zeit gefolgt und nimmt dem Autor den Ärger, der aus den Ausführungen spricht, ohne weiteres ab. Die These des Autors, dass mit zunehmender Säkularisierung, der Ablehnung von Ritualen und der narzisstischen Hinwendung zum eigenen Ich Lust zunehmend "wegrationalisiert" werde, findet der gefesselte Rezensent durchaus bedenkenswert und eine Debatte wert. Seine Freude an diesem Band trübt allerdings ein wenig, dass sich der Kulturwissenschaftler Belege für seine Position ausschließlich aus der Kunst bezieht. Dabei sei doch gleichzeitig - neben einer neuen "Prüderie" und der "Skepsis" gegenüber dem Heiligen - in der Populärkultur ein "Boom von Pornografie" zu beobachten, argumentiert Hanske, der dieses Phänomen als die Rückseite "derselben Medaille" liest. Dass sich der geschulte Psychoanalytiker aber an diesem Zusammenhang von "Pornografie und Prüderie" so gar nicht interessiert zeigt, sei erstaunlich, bedauert der Rezensent.
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