Von Hans U. Gumbrecht, Robert Pogue Harrison, Michael R. Hendrickson und Robert B. Laughlin. Erwin Schrödinger (1887 - 1961) gilt als einer der Väter der Quantenphysik; 1933 erhielt er zusammen mit Paul Dirac den Nobelpreis. Schrödingers Schriften regen auch heute noch an zu einem neuen Blick auf die Welt - und sie haben nicht nur in der Physik weitreichende Folgen gehabt. Schrödinger gilt vielen Experten heute als ein Vordenker des Bioengineering, der Entwicklung von Techniken, mit denen sich Zellen, Gewebe und Lebewesen effizient manipulieren lassen. Und Philosophen attestieren ihm eine orientierende und provozierende Wirkung auf eine neue ökologisch motivierte Philosophie der Natur. In diesem Band entfalten führende amerikanische Naturwissenschaftler und Geisteswissenschaftler das kontroverse Potential von Schrödingers Denken und belegen die anhaltende philosophische und technisch-praktische Bedeutung der Erkenntnisse eines epochalen Wissenschaftlers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2009
So richtig kann diese aus einem Lesezirkel an der Stanford University hervorgegangene Hommage an den unorthodoxen Physiker Erwin Schrödinger den Rezensenten nicht überzeugen. Liegt es daran, dass, wie Helmut Mayer zu Bedenken gibt, nur ein einziger Physiker unter den Autoren ist, dem seine Würdigung Schrödingers zudem zur Enthüllungsgeschichte gerät? Oder daran, dass es einem eigentlich soliden Text über Schrödingers Vererbungslehre im Kontext des damaligen Forschungsstands nicht gelingt, Schrödingers Aktualität zu belegen? Möglicherweise aber trifft auch Hans Ulrich Gumbrecht eine Mitschuld, wenn er Schrödingers polyperspektivische Methodik mit dessen polygamem Lebensstil assoziiert. Auch wenn ein derartiger Forschungsansatz Mayer nicht ohne Reiz zu sein scheint.
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