Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Russischen von Alfred Frank und Ursula Keller. Mit der "Kurzen Autobiografie der Gräfin S. A. Tolstaja". Mit einem Nachwort von Ursula Keller. Dass hochbegabte Frauen im Schatten hochbegabter Männer stehen, ist nichts Außergewöhnliches. Dem Angebeteten zuliebe leisten sie Verzicht, werden im besten Fall zu Musen, im schlechtesten zu Haushälterinnen. Dies ist auch das persönliche Schicksal der Sofja Tolstaja (1844-1919), nachzulesen in ihrer "Kleinen Autobiografie". Über Jahrzehnte war sie ihrem Mann, dem berühmten Tolstoi, treue Gefährtin, verständige Erstleserin und Kritikerin seiner Werke, Schreibkraft, "Ehefrau im althergebrachten Sinne" (nach Tolstois eigenem Bekunden) und nicht zuletzt Mutter von dreizehn gemeinsamen Kindern. Niemand konnte ahnen, dass sich hinter der Frau an Tolstois Seite eine exzellente Schriftstellerin verbarg, hatte sie doch ihre erste Erzählung vor der Hochzeit verbrannt. Fünfundsiebzig Jahre nach Tolstajas Tod aber machte man in ihrem Nachlass einen Sensationsfund. "Eine Frage der Schuld" handelt von der fatalen Entfremdung zwischen Eheleuten. Mit psychologischer und stilistischer Finesse schildert die Autorin, wie bohrende Eifersucht erst das Vertrauen zerstört und dann die beidseitige Achtung. Im Gegensatz zur frauen- und lustfeindlichen "Kreutzersonate" Tolstois, als dessen Gegenstück Tolstajas kleiner feiner Roman angelegt ist, erfahren hier beide Seiten Gerechtigkeit.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Sofja Tolstaja - Leseprobe bei Manesse
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.05.2009
Von biografischem, nicht so sehr von literarischem Interesse ist aus Sicht der Rezensentin Olga Martynowa diese Antwort in Romanform von Sofia Tolstoja auf die "Kreuzersonate" ihres Mannes Leo Tolstoi. Martynowa erkennt dessen Stil auch im Stil der Autorin, wenngleich er aus ihrer Sicht bei der Tolstoja etwas blumiger und weniger überzeugungskräftig ausfällt. Die Tagebücher der Tolstoja seien in jeder Hinsicht die lohnendere Lektüre. Dennoch findet es die Rezensentin offensichtlich reizvoll, Szenen, die in beiden Werken vorkommen, einmal aus ihrer und auch aus seiner Sicht beschrieben, einander gegenüberzustellen. Dabei kommt es doch zu gelegentlicher Bestürzung über die Radikalität, mit der das Paar sowohl im Leben als auch in der Literatur zusammenprallte. Auch deshalb staunt die Rezensentin, dass dieser Roman von 1893 erst jetzt ins Deutsche übertragen wurde.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.02.2009
Dass dieses Buch über hundert Jahre nach seiner Niederschrift nun erstmals auf Deutsch erscheint, ist für Renate Wiggershaus eine kleine Sensation. Sofja Tolstajas literarische Erwiderung auf die "Kreutzersonate" ihre Mannes Leo Tolstoi liest sie als subtil ironisch gefärbtes Zeugnis einer tiefen Verletzung und der vielfältigen Schwierigkeiten junger, nach Eigenständigkeit strebender Frauen im ausgehenden 19. Jahrhundert. Dabei ist es gerade die plakative Figurenzeichnung in der tragischen Geschichte der jungen Anna, die Gegenüberstellung von edlen, reinen beziehungsweise tyrannischen Charakteren, die dem Roman neben der über allem schwebenden Frage nach der Schuld allgemeine Gültigkeit verleiht und das Buch für Wiggershaus zu einem "bewegenden Dokument" macht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2009
Als "funkelndes Werk" feiert Rezensent Ulrich M. Schmid diesen im Original erst 1994 erschienen Roman von Lew Tolstojs Frau Sofia, bei dem es sich seinen Informationen zufolge um eine "direkte literarische Antwort" auf Tolstojs bald verbotene Skandalerzählung "Die Kreutzersonate" von 1890 handelt, die Sofia Tolstoja als Angriff auf ihre eigene Ehe empfand. Für Schmidt erweist sich Tolstoja in ihrem Gegentext "als glänzende Autorin", die mit "scharfem Blick und stilsicherer Feder" eine Ehekrise analysiert, schreibt der Rezensent. Gerade der Vergleich mit der "Kreutzersonate" macht für Schmidt den Abgrund spürbar, der "die beiden schreibenden Eheleute" voneinander trennte.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2009
Eine sonderlich glückliche Ehe haben die Tolstojs wohl nicht geführt. Nicht nur, weil der greise Autor seine Frau nach fünfzig Ehejahren sitzen ließ, um für den Rest seiner Tage Ruhe zu haben. Auch dieser aus dem Nachlass der Ehefrau - und dreizehnfachen Mutter - veröffentlichte Roman erweist sich als recht autobiografisch inspirierte Darstellung einer Beziehung zweier Menschen, die eigentlich "nicht zusammengehören". Sie - im Roman heißt sie Anna Alexandrowna - hat eine "reine Seele", er will aber vor allem ihren Körper. Ihm ist langweilig und als sie in der Moskauer Gesellschaft Erfolge feiert, weckt das nur seine "Eifersucht". Die Heilige, als die sie sich hier mehr oder weniger zeichnet, wird - mutmaßt die Rezensentin Felicitas von Lovenberg - Sofja Tolstoja schon auch nicht gewesen sein. Ihrer Sympathie ist sie aber in jedem Fall gewiss. Und auch für die literarischen Meriten des Buches, das sie als "packend, geradlinig" lobt, hat sie nur freundliche Worte übrig.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








