Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Portugiesischen von Hans-Joachim Schaeffer, herausgegeben und kommentiert von Rafael Arnold. Luis de Camoes? lyrisches Schaffen hatte eine starke Wirkung nicht nur auf die portugiesische Dichtung des 17. und 18. Jahrhunderts, sondern auch auf spätere Generationen außerhalb Portugals. In der Tradition des italienischen Dichters Petrarca verbindet Camoes humanistisches Wissen, Kunstfertigkeit und Originalität bei gleichzeitiger Nachahmung antiker Vorbilder. Besonders in seinen Sonetten folgt er dem petrarkistischen Konzept der vielgestaltigen Darstellung einer unnahbaren und vergötterten Dame. Doch findet man bei Camoes auch andere Gedichtformen wie Ode, Elegie, Ekloge, Kanzone und Sestine, wobei die Einflüsse der antiken Dichter Ovid und Vergil, aber auch von Tasso, Sannazaro und Garcilaso de la Vega sowie die lebendigen Bezüge zur mittelalterlichen Dichtung deutlich werden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2009
Tilman Spreckelsen mag gar nicht mehr aufhören zu lesen. Dass Luis de Camoes bei uns eher wenig bekannt ist, kann er gar nicht begreifen. Um so mehr schätzt er den Mut des Elfenbein Verlags, nach Camoes' "Lusiaden" nun auch die Sonette, Oden und Elegien herauszubringen, noch dazu zweisprachig, mit zwei Lesebändchen und auf über 1100 Dünndruckpapierseiten! Den Mut des Übersetzers Hans Joachim Schaeffer findet Spreckelsen nicht weniger erstaunlich. Dabei gelingt die riskante Nachahmung von originalem Versmaß und ursprünglicher Reimstruktur auch im wesentlichen, wenn wir Spreckelsen folgen. Einen "präzisen", nicht musealen Eindruck von Inhalt und Form über mehr als 500 Jahre in unsere Zeit zu retten, erscheint dem Rezensenten preisverdächtig. Camoes' Erfahrung von Fremdheit und Verlust und sein "thetisches und antithetisches Sprechen" scheinen allerdings den Eindruck der Zeitlosigkeit noch zu verstärken.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.12.2008
Eine ganze Seite widmet Peter Hamm dem portugiesischen Nationaldichter Luis de Camoes, der zu Hamms großem Bedauern außerhalb seiner Heimat kaum noch gelesen wird. Das war im 19. Jahrhundert noch anders, unterrichtet uns der Rezensent, als die Gebrüder Schlegel und Fichte zu Camoes' großen Bewunderern gehörten und sich der Verbreitung seiner Lyrik verschrieben. Denn schon sein abenteuerliches Leben musste jeden Romantiker für sich einnehmen; es führte Camoes bald in den Kerker, zum Kriegsdienst nach Afrika oder auf Strafexpedition nach Macao und Goa. Aber zu den Gedichten: Laut Hamm beherrschte Camoes alle Gattungen von der völkstümlichen bis zur hohen Poesie, er schrieb Kanzone, Oden, Elegien und Sestinen, doch seine höchsten Höhen erreichte er, so Hamm, in seinen Sonetten. Und mit ihnen gab er Portugal den Ton der "saudade" vor, jene "abgrundtiefe Seeleneinsamkeit", die sich aus Schmerzlust und Resignation, aus Liebe und Leiden speist. Zu Hans-Joachim Schaeffers Übersetzung äußert er sich etwas kritisch. Während er noch hinnimmt, dass Schaeffer zugunsten des Reimschemas auf Camoes' Lakonik verzichtet, stört er sich doch erheblich an einigen trivialen Wendungen wie "Verwaltungsstelle" oder "Rücksichtnahme".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








