Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
3 DVDs mit 570 Minuten Laufzeit. "Der Entschluss steht fest, das Kapital nach dem Szenarium von Karl Marx zu verfilmen", notierte Sergej Eisenstein am 12. Oktober 1927. Eisenstein, der mit "Panzerkreuzer Potemkin" (1926) die Filmsprache revolutionierte, wollte Marx' Buch "kinofizieren". Die Herausforderung, die von einem solchen Werk ausgeht, so glaubte Eisenstein, würde die Filmkunst von Grund auf verändern. Ihm schwebte die Anwendung völlig neuer, von James Joyce' Ulysses abgeleiteter Formen vor: "faits divers", "emotionale Konvolute" und Reihen "dialektischer Bilder". 80 Jahre später kommentiert Alexander Kluge Eisensteins monumentalen Plan. Auf drei DVDs sammelt er filmische Miniaturen zu Marx' Theorie, die uns so nah und so fern ist wie die Antike. Gespräche mit Peter Sloterdijk, Dietmar Dath, Oskar Negt, Boris Groys, Rainer Stollmann und anderen montieren ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Kapital.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.12.2008
Bei Alexander Kluges "Nachrichten aus der ideologischen Antike" handelt es sich zwar nicht um ein Buch, sondern um ein zehnstündiges Filmwerk, aber da ihm ein gänzlich überwältigter Andreas Isenschmid den Aufmacher des Zeit-Literaturteils widmet, nehmen wir es gern in die Bücherschau mit auf. Der "Universalkünstler" Kluge hat, wie Isenschmid erklärt, nicht Marx' "Kapital" verfilmt und auch keinen Film über das Buch gedreht, sondern verfolgt - ausgehend von Sergej Eisensteins Vorhaben, Marx nach dem literarischen Verfahren von James Joyces "Ulysses" zu verfilmen - die Frage, welche Bilder sich für das "Kapital" finden lassen. Wie der Rezensent schreibt, verbindet Kluge dokumentarische und inszenierte Sequenzen, Reflexionen über Hölderlin und Schiller sowie Interviews mit Peter Sloterdijk, Boris Groys oder Helge Schneider. Geradezu für eine "Offenbarung" hält Isenschmid die 45 Minuten mit Dietmar Dath. Was den Film dabei zusammenhält, sind laut Isenschmid die "ziellos schweifende Neugierde", aber auch Klaviere, die offenbar immer wieder ins Bild kommen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.11.2008
Das "summum opus" des Alexander Kluge erblickt Rezensent Ekkehard Knörer in diesem zehnstündigen Mammutwerk, mit dem der Suhrkamp Verlag seine neue Filmedition eröffnet und das alles in sich trägt, was Knörer an Kluge, diesem Person gewordenen "gallischen Fernsehdorf" bewundert. Wie gewohnt versammelt der Filmemacher all die Interviewpartner, die er auch in seinen Fernsehsendungen denken lässt: Oskar Negt und Dietmar Dath sind dabei, Hans Magnus Enzensberger und Durs Grünbein, auch Sophie Rois und Helge Schneider. Und wie gewohnt sucht der stets freundlich nachfragende Kluge dabei nie, wie Rezensent Knörer betont, die Konfrontation, sondern das Neue - ein Sokrates eben, aber ein mit allen Wassern der Dialektik gewaschener. Ausgangspunkt des Unternehmens ist dabei der Plan Sergej Eisensteins, das "Kapital" des Karl Marx in Joyce'scher Manier auf einen Tag begrenzt zu verfilmen. Was Kluge daraus macht, ist Knörer in seiner eindringlichen Besprechung beschreibt, ein "nach allen Seiten offenes artistisches Gesamtkunstwerk", eine Art "begehbare Installation".
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