Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Rom im Frühjahr 1501: Der schöne Frauenheld Salai, ein dickköpfiger Dieb und Lügner, trifft mit seinem Stiefvater aus Florenz ein. Was dieser nicht weiß: Salai hat den Auftrag, ihn auszuspionieren und einen unbekannten Herrn aus Florenz auf dem Laufenden zu halten.Durch den blutigen Mord an einem päpstlichen Skribenten stoßen die beiden auf einen seltsamen Klub deutscher Prälaten, Bankiers und Literaten, der mit allerlei Fälschungen die größte Revolution aller Zeiten vorbereitet. Was Salai hier aufdeckt, war schon immer für alle sichtbar - aber niemand will davon wissen Eine allzu gefährliche Angelegenheit für den konfusen, unschlüssigen Stiefvater, der seine Zeit mit bizarren Erfindungen verschwendet: ein gewisser Leonardo da Vinci.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 27.11.2008
Für Rezensentin Hilal Sezgin sind Krimis längst die besseren historischen Romane, was ihr auch der neue Wurf des italienischen Autorenpaars aus der Zeit Leonardo da Vincis eindringlich bewiesen hat. Mit ”historischer Üppigkeit, Witz und Respektlosigkeit” hätten die Altphilologin und der Musikwissenschaftler darin über einen Ziehsohn des Renaissance-Künstlers geschrieben, der in eine Verschwörung gegen Borgiapapst Alexander VI. hineingezogen worden ist. Nicht nur die Geschichte selbst scheint außerordentlich gelungen, auch die Akribie, mit der die beiden Autoren ihre Fiktion historisch belegen, beeindruckt die Rezensentin sehr. Besonders die Schilderung Leonardos als ”eitler, alltagsuntauglicher Träumer”, dessen Konstruktionen sich mitunter als ebenso untauglich erweisen, sorgt für das gesteigerte Interesse der Rezensentin an diesem Roman, da sie hier einen Fall von ”Anti-Helden-Geschichtsschreibung” vorliegen sieht.
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