Aus dem Amerikanischen von Jürgen Neubauer. In Indien oder im Sudan, auf Haiti, im Nahen Osten oder mitten in Europa - Sklaverei ist ein globales Phänomen. Und es ist aktueller denn je. Obwohl offiziell abgeschafft, begegnet Benjamin Skinner überall auf der Welt einem blühenden Menschenhandel. Er infiltriert Schleusernetzwerke, trifft sich mit Kinderhändlern, beschreibt das Schicksal von einzelnen Opfern und lässt diese zu Wort kommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2008
Andreas Eckert räumt ein, dass es E. Benjamin Skinner bei seiner Recherche zum modernen Sklavenhandel durch vier Kontinente nicht darum geht, eine wissenschaftlich unangreifbare Studie zum Thema vorzulegen. Vielmehr sei es dem amerikanischen Journalisten ein "Anliegen", die Augen für den weltweit immer noch florierenden Menschenhandel zu öffnen und sich für dessen Abschaffung einzusetzen, so der Rezensent anerkennend. Deshalb konstatiert er zwar, dass die erschütternden Fallgeschichten, die bei Skinner zu lesen sind, mitunter "arg reißerisch" daher kommen, er nimmt es ihm aber nicht allzu übel, wie es scheint, wohl weil er seine Forderungen brandaktuell findet. Befremdlich allerdings erscheint dem Rezensenten die Einschätzung, Georg W. Bush habe sich wirkungsvoll für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt; nach Eckerts Dafürhalten ist es bei tatenlosen Ankündigungen geblieben. Auch die Überzeugung des Autors, die Sklaverei "binnen einer Generation" abschaffen zu können, indem man verstärkt auf "faire Marktwirtschaft" setzt, hält der Rezensent für illusorisch: viel zu lukrativ sei das Geschäft mit Versklavten bis heute, so sein ernüchtertes Resümee.
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