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Wolfgang Büscher
Asiatische Absencen
Klappentext
Asien, das ist für Wolfgang Büscher das radikal Fremde. Indien, Kambodscha, der Himalaya, Tokio, China -ein Unterwegssein zwischen Traum, gesteigerter Wahrnehmung und Vergessen. Einmal fällt der Reisende in heftiges Fieber. Seine Gefährten lassen ihn in einem aufgegebenen Kolonialhospital zurück, wo er seine Abenteuer aufs neue durchlebt: den indischen Traum des Europäers, die Extreme von Faszination und Abstoßung. Er fährt über staubrote Pisten zu einem Palast, in dem ein Fürst ein Sitarkonzert für seine Affen gibt, flieht aus der Zelle eines Yogapriesters, der ihn rekrutieren will. An der tibetischen Grenze besteigt er einen Viertausender, auf dem sich Hunderte Schamanen treffen. Und er geht an Bord eines modernen Supertankers, unterwegs nach Singapur, verschläft die Tage und verbringt die Nächte auf der Brücke mit dem diensthabenden Offizier, der unentwegt das Kricketspiel übt. Doch der Engländer hat das Festland lange nicht mehr betreten, er ist der See verfallen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008
Sein Lebensthema, das ahnt der Rezensent, nimmt der Verfasser dieser Reiseberichte immer mit, egal, wohin die Reise geht. Dass Wolfgang Büschers Thema kein allzu seichtes ist, sondern mit dem urdeutschen, eher hurmorfreien Topos der Sehnsucht zu tun hat, stellt Hannes Hintermeier mit regelrechter Erleichterung fest. Wer so in die Welt, hier gen Asien, reist, um auf nepalesische Schamaninnen zu treffen oder über Oman eine gewalttätige Sonne aufgehen zu sehen, legt Hintermeier nahe, schafft es womöglich auch, der bloßen Exotik Vielschichtigeres abzugewinnen. Dass der Grat solchen Erzählens schmal ist und die "Chatwin-Liga" weit, weiß Hintermeier und sieht über gelegentliche bildsprachliche Verkrampfungen des Autors darum großzügig hinweg. Ansonsten nämlich herrscht "erzählerische Ökonomie" gepaart mit "grundsätzlicher Ernsthaftigkeit" plus Platz für "bloß Angedeutetes".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2008
Was Wolfgang Büscher in seinen früheren Büchern mühelos gelang, mag ihm in seinem neuen Reisebuch nicht recht glücken, befindet ein sehr enttäuschter Ijoma Mangold. Denn während Büscher in seinen Wanderungen durch Deutschland entlang der Außengrenze ("Deutschland. Eine Reise") oder von Berlin in die russische Hauptstadt ("Berlin - Moskau") mit unvoreingenommenem Blick das Fremde und Exotische im Vertrauten entdeckte, ist es Mangold bei der Asienreise des Autors der Exotik zu viel. So lässt er sich nicht berühren. Und auch sprachlich trage der so um Stil bemühte Büscher zu "dick" auf, moniert der Rezensent. Wenn Büscher die Leser dann noch an seinen spirituellen Erlebnissen teilhaben lässt, dann gerate er in einen Bereich "jenseits der Erfahrung", befindet Mangold unfroh.
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