Michael Hoffmann untersucht den Einfluss des Ersten Weltkriegs auf die Geburt einer gemäßigten parlamentarischen Rechten in Frankreich, die zum ersten Mal alle bürgerlich-nationalen Kräfte in einer Fraktion und ab 1924 in einer Partei, der Federation Republicaine, gruppiert. Der Autor konzentriert sich besonders auf das Verhältnis von politischer Kultur und Parteibildungsprozess, da sich die parlamentarische Rechte aus zwei verschiedenen Traditionslinien speist, einer nationalliberalen und einer konservativ-katholischen. Die liberal-konservative Sammlung entwickelte sich in den 1920er Jahren zu einem Pfeiler der republikanischen Ordnung, was die Akzeptanz der laizistischen Republik durch die Katholiken voraussetzte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2008
Mit großem Interesse hat der Historiker Wolfram Pyta diese Studie zur französischen Rechten nach dem Ersten Weltkrieg gelesen, die ihm tiefe Einblicke in die Entwicklung und Verfasstheit des französischen Konservatismus gewährte. Ausführlich schildert Pyta in seiner informativen Rezension den Fundamentalkonflikt zwischen dem republikanisch-laizistischen Lager und einem antirepublikanisch-katholischen Milieu, der Frankreich seit der französischen Revolution spaltete und in dem Pyta auch einen der Gründe dafür sieht, dass sich die moderate Rechte dort bis heute nicht in einer Sammlungspartei vereinigt hat. Sehr instruktiv erscheint dem Rezensenten, wie Michael Hoffmann nun darlegt, dass sich diese beiden Lager unter der Einwirkung des Ersten Weltkriegs zur Zusammenarbeit gezwungen sahen und sich die katholische Rechte endlich in die republikanische Ordnung fügte. Dass diese politische Symbiose wieder zerbrach, als die Generation der Frontkämpfer in die politischen Ämter drängte, bietet laut Pyta wiederum Stoff für eine weitere Studie. Mit "Ordnung, Familie, Vaterland" hat Hoffmann thematisch, aber vor allem auch durch seine enorme Materialsichtung wichtige Pionierarbeit geleistet, lobt Pyta.
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