Herausgegeben von Carolin Bohlmann, Thomas Fink und Philipp Weiss. Zum Teil in englischer Sprache. Mit der Malerei des 17. Jahrhunderts erst wird das Licht selbst bildkonstitutiv. Es ist den Dingen immanent, es bildet den Raum des Helldunkel und dynamisiert die Szenen. Das barocke Licht ist Paradigma zugleich von Kunst und Naturphilosophie. In der Naturphilosophie etablieren sich optische Modelle des Denkens, die Praxis des Linsenschleifens entfaltet sich, Lichtinszenierungen unterhalten das Publikum. Der Band versammelt auf Anregung der Berliner Forschungsgruppe Historische Lichtgefüge die maßgeblichen Wissenschaftler aus Kunst-, Wissenschaftsgeschichte und Philosophie, um die Charakteristika dieses Lichtes vergleichend zu diskutieren, in dem sowohl das moderne, naturwissenschaftliche Konzept des Lichtes seinen Ausgangspunkt hat, wie die Prämissen unserer visuellen Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2008
Katharina Bahlmann geht mehr als ein Licht auf bei der Lektüre dieses Sammelbandes. Die Zielsetzung der Autoren, das Licht als ein gemeinsames Paradigma von Kunst und Naturphilosophie im 17. Jahrhundert aufzufassen und zu vermitteln, scheint in Bahlmanns Augen nicht nur legitim. Durch die Untersuchung von optischen, physikalischen und metaphysischen Ideen der Epoche und ihre Konfrontation mit der Malerei Vermeers und Rembrandts, wird der Rezensentin die Bedeutung des Lichts auf der Leinwand erst richtig bewusst. Den Einfluss der Lichtbehandlung in der Malerei auf die Naturwissenschaft und umgekehrt oder Spinozas Philosophie der Immanenz in Beziehung zu Vermeers sinnstiftender Kraft des Lichts zu betrachten, wie es Sara Hornäk in einem Beitrag unternimmt, hält Bahlmann für einleuchtend.
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