In seinem Buch über die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Kanzleramt beschreibt Helmut Schmidt die umwälzenden historischen Entwicklungen seit dem Ende des Kalten Kriegs, er macht sich Gedanken über die gegenwärtige Politik und die Zukunft Deutschlands, und er spricht über sehr Persönliches: über prägende Kriegserfahrungen, über eigene Fehler und Versäumnisse, seinen Glauben und das Lebensende.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Persönlich und politisch begegnet Helmut Schmidt dem Rezensenten Gregor Schöllgen in diesem Buch, das Schöllgen schlicht und ergreifend als Schmidts Vermächtnis versteht. Zugleich macht er auf ein Fährnis des Buches aufmerksam, indem er es als Handreichung für künftige Biografen, aber auch als bewusste Weichenstellung des Autors bezüglich seines Bildes in der Galerie der Geschichte bezeichnet. Dass Schmidt dennoch keine Fehler verschweigt (siehe sein Verhältnis zu Willy Brandt), rechnet Schöllgen ihm hoch an. Den Reiz des Buches sieht er allerdings in der "biografisch unterlegten, dabei konzentrierteren" Präsentation durchaus bekannter Fakten. Über die Themen Nato und Europa etwa hat Schöllgen derart deutlich bei Schmidt noch nicht gelesen. Wenn der Autor mitunter den Pädagogen heraushängen lässt oder auch mal weniger Belangvolles erzählt, kann der Rezensent damit leben.
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