Elias Canetti

Aufzeichnungen 1973-1984

Cover: Aufzeichnungen 1973-1984
Carl Hanser Verlag, München 1999
ISBN 9783446197732
Gebunden, 120 Seiten, 13,29 EUR

Klappentext

In dem umfangreichen Werk von Elias Canetti nehmen seine Aufzeichnungen, die ihn sein ganzes Schriftstellerleben lang begleiteten, einen zentralen Platz ein. Hier findet sich in komprimierter Form all das, was sein Denken und seine großen Theaterstücke und Essays, seinen Roman "Die Blendung" und sein philosophisches Hauptwerk "Masse und Macht" bestimmte. Auf der anderen Seite aber findet sich in der kurzen, konzentrierten Form der Aufzeichnung vieles, was auch im Denken Canettis noch experimentierenden, forschenden Charakter hatte; gewagte Gedankensplitter zu Literatur und Philosophie, zur Geschichte und zum eigenen Leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

So richtig aus der Deckung wagt sich Silvia Henke in ihrer Kritik nicht. "Eine wertvolle Sammlung von Einfällen" - das ist auch schon das Meinungsstärkste, was sie über Canettis Aufzeichnungen sagt. Sonst bleibt Henke in ihrer Besprechung im vorsichtigen, abwägenden Duktus einer Magisterarbeit, in der man sich keine subjektiven Urteile erlauben darf. So schreibt sie etwa: "Weil die Aphorismen in ihrer offenen Form nicht der Autorrede unterworfen sind, kann das schreibende Subjekt als Instanz der Erkenntnisgewinnung zurücktreten." Das macht nicht den Eindruck, als hätte Henke das Buch freiwillig gelesen. Ob sie jemandem die Aufzeichnungen empfehlen würde, erfährt man dabei leider auch nicht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

"Wenig Glanz" bescheinigt Martin Meyer diesem Band, den er in einer ausführlichen Rezension bespricht. Canetti zeige sich hier vor allem als "gequälter Geist", der in Selbstanklagen mit sich hadert und der von der Angst umgetrieben wird, dass nach seinem Tod womöglich nichts von ihm übrigbleiben wird. Und als jemand, der sich im Leben gegen alles und jeden verteidigen muss. "Ein Schriftsteller vor seinem Spiegel", mit einer Tendenz zu Selbstgesprächen, so Meyer. Darüber hinaus zeigt sich der Rezensent von Canettis Polemik, wie auch von dessen zornigen Ereiferungen in keinster Weise angetan: Scharfblick und Niveau lassen hier in den Augen Meyers zu wünschen übrig.
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