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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Natalie Zemon Davis

Leo Africanus

Ein Reisender zwischen Orient und Okzident

Cover: Leo Africanus

Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 380313627X
ISBN-13 9783803136275
Gebunden, 383 Seiten, 36,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Gennaro Ghirardelli. Die Historikerin Natalie Zemon Davis erzählt die exemplarische Lebensgeschichte des Leo Africanus wie einen Abenteuerroman: als Muslim geboren, von Katholiken vertrieben, von Piraten gefangengenommen und vom Papst getauft: Der Versuch, Islam und Christentum miteinander zu vereinen und gleichzeitig zu leben, reicht weiter zurück, als man denkt: Leo Africanus ist eine schillernde Figur der Renaissance, ein Vermittler zwischen den Kulturen, zwischen Afrika und Europa. Geboren als Al-Hasan ibn Muhammad al-Wazzan im damals noch muslimischen Granada, hat der lateinisch "Leo Africanus" genannte Al-Wazzan Spanien als Kind nach der Reconquista 1492 verlassen und ist mit seiner Familie nach Marokko übergesiedelt. Von Piraten gefangengenommen, gelangt er 1518 nach Rom. Er konvertiert vom Islam zum Christentum und wird von Papst Leo X. auf den Namen "Giovanni Leone de? Medici" getauft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.12.2008

Judith von Sternburg preist Natalie Zemon Davis' in ihrem Buch über Leo Africanus unter Beweis gestellte unerhörte Belesenheit und schwärmt von der Gabe der Autorin, sowohl interessante Details als auch das große Ganze faszinierend zu beleuchten. Die gerade 80 Jahre alt gewordene amerikanische Historikerin lässt uns den in Nordafrika als Moslem aufgewachsenen Leo Africanus, der 1518 Papst Leo X. geschenkt wurde, als listigen Diplomaten sehen, der sich sowohl in der arabischen wie in der westlichen Welt zu behaupten wusste, stellt die Rezensentin fest. Wie Leo Africanus selbst, dessen berühmtestes Werk ein Buch über Afrika ist, weiß auch die Autorin, was die westlichen Leser fesselt, so Sternburg anerkennend, die sich deshalb auch gern von Davis durch die "fremden Welten" des 16. Jahrhunderts führen lässt. Und wenn die Autorin Leo Africanus dann eine "innere Verwandtschaft" mit dem französischen Erzähler Rabelais attestiert, mit dem sie in einem Epilog ein fiktives Zusammentreffen arrangiert, dann wird die Denk- und Schreibweise des Leo Africanus auch für den "europäischen Leser" vertraut, so die Rezensentin gefesselt.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.12.2008

Stefanie Peter berichtet in ihrer Besprechung auch sehr beeindruckt von Natalie Zemon Davis' Auftritt in der Berliner Staatsbibliothek in dieser Woche, wo die 80-jährige amerikanische Historikerin im Gespräch mit Sigrid Löffler ihre Biografie des Leo Africanus vorstellte. Als frühen "Kulturvermittler" zwischen Orient und Okzident beschreibe Davis den aus Grenada stammenden, vor der Reconquista nach Fes geflohenen, später von Seeräubern gefangenen und an Papst Leo X. verkauften und getauften Gelehrten. Die Autorin beschreibe Leo Africanus zudem überzeugend als "Trickster", der - wie es der Islam in schwierigen Situationen ausdrücklich erlaubt - trotz Taufe heimlich Moslem blieb, so Peter interessiert. Und "listenreich" findet die Rezensentin auch Davis, die eine fiktive Begegnung zwischen Leo Africanus und Rabelais ausspinnt, um ihren Protagonisten Plastizität zu verleihen und ihm damit, wie Peter bewundernd meint, "auf Augenhöhe" gegenübertritt.

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Archiv: Bücherschauen

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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