Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Abenteurer, Blödelbarden, Clowns, Diven, Einsiedler, Fischprediger, Gottessöhne ... Kein Jahrgang ohne Klassenkasper, kein Kartenspiel ohne Joker, keine Regel ohne Ausnahme - Narren kommen in den besten Familien vor. Vorwärtsgetrieben von ihren törichten Träumen, kämpfen sie gegen wechselnde Windmühlen, Götter, staatliche Behörden oder andere dubiose Übermächte. In seinem aberwitzigen Kompendium der weltlichen und geistlichen Narretei sammelt Ulrich Holbein die unglaublichen Lebensgeschichten von über dreihundert lebenden und historischen Persönlichkeiten. Er lässt unterschätzte Übermenschen aus den Nebeln der Weltgeschichte hervortreten und wirft neues Licht auf bewährte Heilige wie Franz von Assisi, den Dalai Lama oder Pater Anselm Grün. Die Viten von Laozi, Kaspar Hauser, Peter Handke bis Osama bin Laden bieten Stoff für dieses welthaltige Erzählwerk. Ein gigantomanisches Sammelsurium kultureller Kuriosa, in dem sich Prinz Charles neben Sexguru Osho, Mohammed Ali neben Nina Hagen und Papst Benedikt XVI. Seite an Seite mit Till Eulenspiegel findet. Eine Fundgrube für die Liebhaber kurioser Enzyklopädien, eine Summa summarum der Torheiten und Genialitäten der Weltgeschichte, von A bis Zett erzählt von Ulrich Holbein.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.04.2009
En gros unlesbar, aber en detail nachgerade hinreißend findet Rezensent Ulrich Stock das über tausendseitige und mehr als drei Pfund schwere Werk dieses "Schriftschrats aus dem hessischen Knüll-Gebirge". Es handelt sich der Beschreibung des Rezensenten zufolge um ein Nachschlagewerk der besonderen Art, eines zudem, das die Begriffe "Narr" und "Narration" zusammen denke und dies im höchst eigenen Diskurs auch abbilde, dessen Kenntnisreichtum der Rezensent ebenso staunenswert findet wie Ulrich Holbeins Chuzpe, Frivolität und Urteilsschwung. Vorgestellt würden "Irre, Verrückte, Gestörte, Wahnsinnige" aus 3000 Jahren samt ihrer heiligen Gegenspieler, von Dieter Bohlen über Adolf Hitler bis Hildegard von Bingen. Gut und Böse sei bei den Darstellungen kaum zu trennen. Gewürdigt werde dennoch streng nach Schema: "Lebensdaten, Kurzbeschreibung, Vita, dann Worte von und Worte über". Besonderer Reiz: die Balance des subversiven Werks zwischen enzyklopädischer Struktur und hemmungslosem Subjektivismus.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.12.2008
Nicht erwärmen kann sich Burkhard Müller für Ulrich Holbeins voluminöses "Narratorium". Das Unterfangen, eine Art Enzyklopädie der Narren der Welt zu erstellen, hält er durchaus für reizvoll. Aber Holbeins Umsetzung dieses Projekts scheint ihm wenig gelungen. Er vermisst nicht nur Urteilskraft und Trennschärfe, sondern auch den "moralistischen Fonds", der nötig wäre, um ein "erkennbares Ziel" zu erreichen. Außerdem hält er Holbein vor, recht "gemütlich" vorzugehen. Gute Satire sieht für Müller jedenfalls anders aus. Den Artikel über Papst Benedikt XVI. etwa beurteilt er als "Kabarett vom Borniertesten". Auch mit den Einträgen über Karl Kraus, Rilke, Gerhart Polt und viele andere zeigt er sich nicht einverstanden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Rezensent Lorenz Jäger verdrückt eine dicke Träne. Was hätte aus diesem "philosophierenden Schriftsteller" nicht werden können! Ein Nachfahre Rückerts etwa. Leider, trauert Jäger, funkt die notorische Ironie dazwischen. Ulrich Holbein bleibt für ihn "nur" ein Suchender, den wir uns durchaus im Jesus-Look vorstellen dürfen. So deutlich die Traditionslinie (von Schopenhauer zu Mauthner) dem Rezensenten auch erscheint, in der dieser Autor forscht und selber steht, so witzig, kritisch und gelehrsam Holbein seine "Gottesnarren" porträtiert und die spirituellen Volkshochschulkurse entzaubert, als so überladen empfindet Jäger schließlich das Buch. Das Heterodoxe, das Holbein laut Jäger vor allem anstrebt, kommt ihm nicht ganz vorurteilsfrei vor, Raunen und Transparenz sollen zusammen gehen, der Schwarmgeist soll fliegen und das Institutionelle in der Geistesgeschichte ohne Bedeutung sein? Jäger hegt Zweifel. Auch, weil er das Motiv der Lebensfeindlichkeit und jenes des Tierschutzes als "verborgene Linien" in diesem Buch entdeckt. Der Papst als Abtreibungsgegner und Genießer von Schweinefleisch - ein "ungehöriges" Feindbild des Autors, findet Jäger.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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