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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gianni Celati

Was für ein Leben!

Episoden aus dem Alltag der Italiener

Cover: Was für ein Leben!

Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 3803132193
ISBN-13 9783803132192
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Erzählungen. Aus dem Italienischen von Marianne Schneider. Wie in einer Vorabendserie reiht Gianni Celati Episoden aneinander: Personen treten auf und wieder ab, ihre Lebensläufe werden miteinander verflochten. Weil aber dahinter kein Serienschreiber steht, sondern ein Schriftsteller auf der Höhe seiner Kunst, entsteht aus den kleinen und großen Dramen des Alltags ein Panorama der italienischen Charaktere und Eigenarten: Von den obligaten Ferien am Meer, von der resoluten Mutter und dem verwirrten Sohn, der missglückten Liebesgeschichte der Urania, den herumlungernden Rentnern, nicht zu vergessen den "ewigen Kapitalisten" und ihrem Gegenstück, den Kommunisten, dazwischen die guten Ratschläge der katholischen Kirche.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2009

Mit Lob hat Jochen Schimmang diese Geschichten von Gianni Celati gelesen. Er schätzt den italienischen Autor sehr und hält ihn für einen der wenigen, die bestehen werden. Die Geschichten des vorliegenden Bands erinnern ihn nur auf den ersten Blick an gängige Seifernopern. Vieles bleibt für ihn darin unbestimmt, so berichten sie etwa von einer Jahrzehnte zurückliegenden Zeit, allerdings nicht "als gesicherte Erinnerung?. Gleichwohl fallen die Geschichten, in denen allerlei "merkwürdige? Dinge geschehen, in seinen Augen weder "nebulös? oder "fade? aus, sondern "recht abenteuerlich?, schon deshalb, weil die auftretenden Figuren sich selbst nicht wirklich verstehen.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.12.2008

Von der scheinbar goldenen Nostalgie, die diese "Episoden aus dem Alltag der Italiener" durchweht, soll man sich laut Jutta Person nicht täuschen lassen. Denn wenn man der Rezensentin glauben darf, ist Gianni Celati ein raffinierter Erzähler, der in seinen erinnerungsträchtigen Geschichten aus dem Italien der Nachkriegszeit Abgründe hinter dem "Onkel-Ton" seines Erzählers verbirgt. Person würdigt in Celati einen der "literarisch avanciertesten" italienischen Schriftsteller, der in den Erzählungen des vorliegenden Bandes, die miteinander verbunden sind, jede Menge italienische "Archetypen" aufmarschieren lässt. Dabei zeige sich der Anglist und Amerikanist, der heute in England lebt, als Volkskundler mit sicherem Blick für die "Macken" der Landsleute, amüsiert sich die Rezensentin. Zudem ist hier einmal mehr der Meister surrealer Überspitzung zu entdecken, als der er auch in seinen Romanen zutage tritt, so die Rezensentin gefesselt. Etwas mehr Spannung, das muss Person einräumen, hätten diesem ausufernden Geschichtenfluss mitunter ganz gut getan. Insgesamt aber zeigt sie sich entzückt, wie Celati mit leichter Hand "große italienische Nachkriegsfetische" "aufs Korn" nimmt.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008

Der Geschichtenband des Italieners Gianni Celati hat Maike Albath gut gefallen, vor allem weil sie darin "geistreiche" und "messerscharfe Satire" entdecken konnte. Ihr zufolge attackiert Celati den Mythos der italienischen Familie und bringt die "moralische Verwahrlosung" zum Ausdruck, welche in großen Teilen der italienischen Gesellschaft spürbar sei. In den Geschichten kommen viele Figuren zu Wort, berichtet sie, alles Männer, jung und alt, die vom Straßenrand den Frauen hinterherpfeifen. Verhinderte Philosophen und gescheiterte Ehemänner lamentieren, alle Änderungsversuche scheitern. Albath gefällt, dass hauptsächlich in Dialogen erzählt wird. Der schon längst ausgewanderte Autor, so informiert sie, beschwöre ein Lebensgefühl, das an das Italien der 70er Jahre erinnert. Positiv sei sein Italien-Bild allerdings nicht - der Autor sympathisiert offenkundig mit Abtrünnigen, die seiner ehemaligen Heimat ebenfalls entfliehen wollen, erzählt Albath.

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