Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Massimo Carlotto

Die dunkle Unermesslichkeit des Todes

Roman

Cover: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes

Tropen Verlag, Stuttgart 2008
ISBN-10 3608502009
ISBN-13 9783608502008
Gebunden, 190 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Silvio Contin, Weinhändler in einer venezianischen Kleinstadt, führt ein unbeschwertes Leben mit seiner hübschen Frau und einem kleinen Sohn. Doch eines Tages nehmen zwei Männer bei einem Raubüberfall Frau und Sohn als Geiseln und töten sie kaltblütig. Der Verlust lässt Contin tief fallen, bis ihn 15 Jahre nach der Tragödie ein Gnadengesuch des inhaftierten und mittlerweile schwer kranken Mörders, Raffaello Beggiato, erreicht. Langsam begreift Contin, dass dies die Chance seines Lebens ist: Rache.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2008

In eine Welt aus "Gewalt und Gier, Wahn und Verdrängung" hat sich Christoph Haas begeben und es offenbar sehr genossen. Wir wir vom Rezensenten erfahren, findet wir in Massimo Carlottos neuem Krimi etwa folgende Konstellation: Ein Überfall geht schief, es gibt Geiseln und Tote und im Anschluss einen zu Lebenslang Verurteilten. Nach fünfzehn Jahren ist dieser unheilbar am Krebs erkrankt und versucht den gebrochenen - und heruntergekommen - Mann und Vater der erschossenen Geiseln dazu zu bewegen, ein Gnadengesuch zu stellen. Wie Carlotto diese beiden Schiksale miteinander verknüpft, wie er Lebenswillen und Todeserfahrung miteinander verschränkt, das hat den Rezensent nicht losgelassen. "Packend" findet er das, düster und selbst noch im Happy-End sehr "trostlos".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2008

Der Rezensent Steffen Richter ist ziemlich beeindruckt von diesem Kriminalroman von Massimo Carlotto, der sich mit einem Gewaltexzess beschäftigt - mit seinen Folgen, nicht mit der "üblichen Frage nach dem Zustandekommen". Die "dunkle Unermesslichkeit des Todes" aus dem Titel - damit ist die Trauer des Vaters einer erschossenen Geisel gemeint. Sie gibt dem Roman den düsteren Drive. Aber die Folgen der Tat werden laut Richter auch aus der Perspektive des Täters beleuchtet, der nach 15 Jahren Haft freikommt und seinen Anteil an der Beute haben will. Beide Perspektiven werden laut Richter "präzise und erschütternd" ineinandergeblendet. Positiv vermerkt Richter auch Carlottos Verzicht auf ein moralisierendes Räsonieren: Alle Reflexion steckt im Plot des Romans.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren