Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Schwarz-Gelb-Grün? Rot-Rot-Grün? Die politische Farbenlehre Deutschlands ist in Bewegung geraten, die "Westausdehnung" der Linkspartei stellt die größte Veränderung der Parteienlandschaft seit 25 Jahren dar. Hinter den Pfeilen in den Grafiken der Meinungsforscher verbergen sich jedoch langfristige Trends: Traditionelle Milieus, auf die die Parteien über 50 Jahre lang zählen konnten, erodieren. Franz Walter zeichnet diese sozialen, demografischen und kulturellen Verschiebungen nach und analysiert die Situation der fünf im Bundestag vertretenen Parteien. Sein Buch bietet einen Wegweiser durch die Baustellen der bundesdeutschen Politik.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.01.2009
Ausgesprochen überzeugend, wenngleich in seinen Befunden eher beunruhigend, findet Rezensent Harro Zimmermann diese Untersuchungen über die schwindende Bereitschaft der Deutschen zur demokratischen Beteiligung, die er auch als Plädoyer für mehr Mitgestaltungswillen gelesen hat. Aus Sicht des Rezensenten beschreibt Franz Walter auch die Ursachen für die politische Unlust sehr plausibel, der hier besonders die ?Homogenisierung und Uniformierung des Denkens in der Politik?, aber auch den ?moralischen Vitalitätsverlust der Parlamente?, die Neigung des Bürgers zum Rückzug und das Parteiensystem insgesamt unter die Lupe genommen hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008
Seinen Respekt bezeugt Frank Decker dem mitunter angefeindeten Politikwissenschaftler Franz Walter. Seine eigene Universität - Göttingen - wollte den Fachbereich dicht machen (das ging dann allerdings ganz entgegengesetzt aus), auch die Kollegen nahmen Walter, der immer nah dran ist an den Aktualitäten, der auf theoretische Fundierung keinen gesteigerten Wert legt, lange nicht ernst. Das ist vorbei, meint Decker, und zwar zu Recht. Schließlich steckt dieser Band - dessen Erkenntnisse allerdings dem, der Walters publizistische Arbeit verfolgt, keineswegs neu sein dürften - voller Einsichten zur Gegenwart der deutschen Parteienlandschaft. Die zentrale Einsicht ist wohl die, dass Parteien und angestammte Milieus immer stärker auseinanderdriften - vor allem für das Verhältnis von SPD und Arbeiterschaft gilt das in dramatischer Weise. "Anregend" sei das, was Walter dazu zu sagen haben, wenngleich man auf der Weisheit letzten Schluss auch bei Walter nicht stoße. Kein Wunder aber, findet Decker, angesichts der unübersichtlichen Verhältnisse.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.09.2008
Erhellend scheint Benjamin Mikfeld - selbst SPD-Politiker - diese Analyse der deutschen Parteienlandschaft von Franz Walter zu finden. Er schätzt den Autor wegen seiner Fähigkeit, politische Parteien im gesellschaftlichen Kontext zu betrachten, als eine der "wenigen rühmlichen Ausnahmen" der Politologenzunft. So findet er in vorliegendem Buch einen aufschlussreichen Blick auf die diversen Schichten und Milieus, von der Globalisierungselite über die Mitte bis zu den neuen Unterschichten. Er unterstreicht Walters Analyse, die beiden großen Volksparteien würden vom Zentrum her erodieren, ihre Politik sei schal, ihre Impulse erloschen. Der Autor prognostiziere eine Entwicklung zum Vielparteiensystem, das von Widersprüchen nicht frei sei. Mikfeld hebt zudem Walters Plädoyer für mehr "plebiszitäre Ausdrucksmöglichkeiten" sowie seine überzeugende Kritik am Zustand an der politischen Linken hervor.
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