Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. "Beim Anblick eines Mercedes die Tränen runterschlucken. In die silberne Zigarre des ICE steigen, Herbst im Herzen. Durch das Olympiastadion in Berlin spazieren und eine Zigeunermelodie aus Siebenbürgen vor sich hinsummen." Der Erzähler, ein literarischer Gastarbeiter auf Lesereise kreuz und quer durch die Bundesrepublik, verbirgt nicht, dass er lieber auf dem Bukarester Gara de Nord als am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen wäre. So selbstironisch spielt Stasiuk mit Ängsten, Vorurteilen und Klischees, den eigenen, den fremden, dass ihn ein polnisches Skandalmagazin als "bezahlten Einflussagenten Berlins" anprangerte.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.01.2009
Rezensent Jörg Magenau ist ausgesprochen froh, dass Deutschland "oder vielmehr Dojczland" zur literarischen Topografie dieses Schriftstellers gehört. Denn den Reportagen, die Andrzej Stasiuk über das Land geschrieben hat, wann immer er dort auf Lesereise unterwegs gewesen ist, konnte er viel abgewinnen. Was Stasiuk über Deutschland schreibt, klingt für ihn nach einer "fortgesetzen Psychoanalyse" und "Trauma-Erneuerung", aber auch nach viel Sinn fürs Lesen von Absonderlichkeiten, von Landschaften und Gegenden im Um- oder Aufbruch. Aber auch hintergründige Parallelen zwischen scheinbar so Unvergleichbarem wie Bukarest und Stuttgart arbeitet Stasiuk dem hochinspirierten Rezensenten zufolge subtil heraus, der von ihm schließlich das Prädikat "humorbegabter Melancholiker" erhält.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Was für ein unangenehmer Geselle, dieser Ich-Erzähler, stellt der Rezensent Konrad Schuller fest. Schuller will sich gar nicht beklagen, denn er billigt dem dauerbesoffenen Stinkstiefel, der hier so programmatisch autistisch eine Reise durch Deutschland - vielmehr, soviel orthografische Distanz muss sein, "Dojczland" - macht, Gründe zu. Keine guten vielleicht, aber alte, die aus der schwierigen deutsch-polnischen Vergangenheit bis in die Gegenwart reichen. Allerdings verkennt der Reisende, der sich so entschlossen abschottet, der niemanden in Deutschland kennenlernt oder kennenlernen will, seine eigene Haltung. Mit "Psychoanalyse" hat das, anders als er glaubt, gar nichts zu tun. Ist alles, konstatiert Schuller, Verdrängung. Wie man sie auch von den Kaczynskis kennt. Und doch gibt es Hoffnung, am Ende nämlich schildert das Ich, das in seiner Fantasie zuvor noch den Berliner Hauptbahnhof unter Wasser setzt, ein Wunder: Der deutsche - und wohl nicht dojcze - Papst, der in Auschwitz kniet. Der Blick zurück, vom Flugzeug aus: "Goldenes Feuer, purpurnes Blut".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2008
Über Andrzej Stasiuks Bericht von seinen Lesereisen durch Deutschland hat sich Jörg Plath trotz oder vielleicht gerade weil sie gnadenlose "Klischeemühlen" sind, zum größten Teil glänzend unterhalten. Der polnische Erfolgsautor, der in seiner Heimat für dieses Buch von konservativer Seite wegen seiner "despektierlichen" Haltung gegenüber Polen angegriffen wurde, ruft sämtliche Klischees über Deutsche und Polen auf, die man sich nur denken kann und "schwadroniert" munter dahin, stellt der Rezensent amüsiert fest. Dadurch entsteht eine Reibung von "Eigen- und Fremdklischee", die Plath durchaus fruchtbar zu finden scheint. Zudem findet der Rezensent es beeindruckend, wie der Autor, der sich in diesen Reiseberichten als trinkfeste slawische Seele inszeniert, en passant aber eben sehr eindrucksvoll, auch die Nazi-Vergangenheit Deutschlands in den Blick nimmt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








