Ausgewählt von Urs Heftrich und anderen. Mit einem Kommentar von Michael Spirit, übertragen von Bettina Kaibach. Die Erzählungen von Jiri Weil handeln von den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Weil blieb wenig erspart: "Mein ganzes Leben glich dem Hakenschlagen eines Hasen", schrieb er einmal. Seine Romane, aus dem Stoff eines dramatischen Lebens, fanden international Anerkennung. Nahezu unbekannt ist bislang Weils erzählerisches Werk, hier erstmals in einer repräsentativen Auswahl übersetzt. Virtuos zieht Jii Weil in diesen Texten alle Register, die seinen extremen Erfahrungen als Tscheche, Internationalist und Jude entsprechen.Seine Erzählkunst reicht von lakonischem Witz und tragischer Komik bis zum Pathos des Erinnerns und der Klage.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2008
Rezensent Ulrich M. Schmid entdeckt in einem "äußerst lesenswerten" Erzählband den tschechischen Schriftstellers Jiri Weil als wortgewandten "Mahner an den Holocaust". Auch in den Vorkriegsgeschichten schöpfe Weil von "fast antikem Furor" bis zu schonungslosen tschechischem Humor aus einem breiten künstlerischen Spektrum. Am nachhaltigsten beeindruckt haben den Rezensenten zehn Prosagedichte, die den Holocaust mit "expressionistischer Sprachkraft" nachzeichneten.
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