Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Das Zeitalter, das wir kennen, ist längst eingeschlafen. Wo einmal Europa war, gibt es nur noch drei labyrinthische Städte, die eher gewachsen sind, als dass sie erbaut wurden. Die Welt gehört den Tieren. Fische streiten über Sodomie, Theologinnen mit Habichtsköpfen suchen in Archiven nach Zeugnissen der Menschheit, und Cyrus Golden, der Löwe, lenkt den Staat der drei Städte. Als ein übermächtiger Gegner die neue Gesellschaft bedroht, schickt er den Wolf Dimitri als Diplomaten aus, im einstigen Nordamerika einen Verbündeten zu suchen. Die Nachtfahrt über den Ozean und in die tiefen Stollen der Naturgeschichte lehrt den Wolf Riskantes über Krieg, Kunst und Politik und führt ihn bis an den Rand seiner Welt, wo er erkennt, "warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist".
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2008
Dies ist eine sehr ausführliche und dem Autor - dem ehemaligen FAZ-Feuilletonredakteur - Dietmar Dath ausgesprochen gewogene Rezension. Das Urteil von Thomas Anz zum Buch selbst fällt allerdings keineswegs sonderlich freundlich aus. Gelobt wird daher zunächst einmal die Vielseitigkeit Daths, werden seine intellektuelle Neugier, seine weit reichenden Kenntnisse, wird sein Mut, dies alles zu kombinieren und Darwinismus, Sozialismus und vieles mehr miteinander ins Verhältnis zu setzen. Zum neusten Roman muss Anz dann irgendwann aber auch kommen. Theoretisch sozusagen gefällt ihm schon, wie Dath hier die Horizonte offen hält, wie er einen gewaltigen Anspielungshorizont von der Russischen Revolution bis zu Arno Schmidt entfaltet. Im Detail aber und auf die recht lange Strecke seiner 550 Seiten mangle es dem Buch nicht nur an "Spannung", oft wird die Lektüre, gesteht Anz, zur "Qual" und zum "Ärgernis". Weil Dath ausufert und es mit dem Nonsens gern übertreibt. Und sich allzuoft wiederholt. Bleibt: ein extrem freundlicher Verriss.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.10.2008
Rezensent Detlef Kuhlbrodt scheint selbst nicht ganz überzeugt von seiner eigenen guten Meinung, mit der er das Buch aus den Händen gelegt hat. Zunächst führt er einige Stimmen gegen Dietmar Daths Mammutroman "Abschaffung der Arten" ins Feld - wird der Mann überschätzt? -, um eilig zu versichern, dass ihm selbst das Buch ganz großartig gefallen hat. Obwohl er auch ganz schön genervt war. Dabei aber auch viel gelacht hat. Grob umrissen ist es in der "Abschaffung der Arten" mit den Menschen, den Langweilern, vorbei; Mischwesen, die sich vor allem über Gerüche verständigen, sind die Herrschaft über die Welt angetreten. Ein einzelgängerischer Wolf namens Dimitri Stepanowitsch scheint es Kuhlbrodt besonders angetan zu haben. Vermerken kann der Rezensent im Übrigen geschichtstheoretisches Pathos, dick aufgetragene Bildung, "wahnsinnig komische Absätze" und eine "schön gezeichneten Luchsin".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2008
Ekkehard Knörer holt zu Beginn seiner Rezension von Dietmar Daths neuem Roman weit aus, um "den Gedanken- und Textgenerator" Dath zu porträtieren und davor zu warnen, ihn "beim Einzelwerk zu nehmen". Damit nimmt er ihn zugleich vor dem neuesten Einzelwerk in Schutz. Denn dies ist seiner Ansicht nach gehörig misslungen. Eine sozialistische und "biopolitische Utopie", in der sich auf Erde, Mars und Venus "in erratischen Sprüngen" eine Handlung vollziehe, der Schwerpunkt allerdings auf den Dialogen liege, in denen weitläufig Daths Lieblingsthesen entwickelt werden: Für Knörers Geschmack ergibt dies keinen Roman, sondern "eine zum Fantasy-Epos aufgebrezelte Umwälzmaschine für mehr oder weniger gare Gedanken." Woran dieser Roman scheitere, sei eben der Wille zum Literarischen, meint Knörer, denn dem Weltenschöpfer Dath gelinge es nicht, seinen Welten Leben einzuhauchen. "Fad" erscheint dem Rezensenten das alles und die ansonsten bei Dath immer lesenswerten "Material- und Denkschlachten" sieht er in diesem Roman versumpfen. Was ihn nicht davon abhält, sich einen weiteren Roman von Dath zu wünschen - solange er nur weniger literarisch ambitioniert wird als der aktuelle.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008
Paul Jandl macht keinen Hehl aus seinem Desinteresse an Dietmar Daths neuem Roman. Zu verwirrend, zu irrsinnig und vor allem zu ausgiebig findet er die Science-Fiction Dystopie. Mehr "Selbstbeschränkung?, meint er, hätte Dath in diesem Fall sehr gut getan. Dementsprechend schwer tut sich Jandl, der Handlung zu folgen. Das Buch zeichnet ein Zukunftsszenario, in dem Tiere die Überhand gewonnen haben und Menschen langsam aber sicher aussterben. Die neuen Wundertiere, berichtet Jandl, haben hochtechnologische, biomechanische Eigenschaften, bilden politische Systeme, zetteln Revolutionen an, begehen Tyrannenmorde. Um "die Ära der Langeweile?, wie es im Buch heißt, auch literarisch auf jeden Fall zu beschwören, höre Dath gar nicht mehr auf, sich immer weitere Details genetischer Replikationsmöglichkeiten in Bildern sowie in Sätzen auszudenken. Jandl bleibt am Ende "nur das Gähnen?, und dem darwinistischen Fazit des Buches steht er genauso verwirrt gegenüber wie den diversen Kreaturen, die seines Wissens "wohl etwas mit erotischen Primärwerkzeugen zu tun? haben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2008
In helles Licht hat Rezensentin Iris Radisch geschaut. Zwar findet sie Dietmar Daths "Abschaffung der Arten" immer wieder unausstehlich, "verlabert" und "arrogant" - kurz, nicht unbedingt das, was man gemeinhin ein Lesevergnügen nennt. Trotzdem findet sie die Blickrichtung des Buchs faszinierend, denn die Mischung aus "futuristischer Seminar- und Cybersprache", und Hochspannung ist aus ihrer Sicht paradigmatisch - und deswegen als erstes Buch im neuen Literaturmagazin besprochen. Dabei spiele Dietmar Dath auch immer wieder in seinem "biotechno-literarischen Baukastenspiel" mit "schöner Unbekümmertheit und heiterer Rechthaberei" die Rolle eines "Über-Darwin im Schnelldurchlauf" und zeige bei seinen Untergangsszenarien oft die gleiche Unzimperlichkeit wie weiland Oswald Spengler. Natürlich ist hier auch eine Menge pseudomilitärischer und männlicher Imponierstil am Werk, merkt die Rezensentin milde an, die Dath in seiner Technikbegeisterung manchmal an einen rotbäckigen Knaben erinnert, der entzückt vor der Carrera-Bahn kniet. Trotzdem schätzt sie das Buch auch als "enthusiastisches Plädoyer für ein besseres und gerechteres Leben".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.09.2008
Wie kann Quatsch so anstrengend sein, ächzt ein entnervter Burkhard Müller nach der Lektüre von Dietmar Daths Roman "Die Abschaffung der Arten". Dath erzählt in seinem weit in der Zukunft spielenden Roman von Wesen, die die Menschheit als Herrscher der Erde abgelöst haben und die in der Lage sind, nach Belieben zu mutieren und sich mit jedem anderen Lebewesen zu paaren, fasst der Rezensent zusammen. Schon die Namen, die der Autor seinen Protagonisten gibt (der Herrscher der Welt, ein Löwe, heißt Cyrus lemelian Adrian Vinicius Golden und wird auch jedes Mal bei vollem Namen genannt), sind für den Rezensenten ein Ausweis dafür, was für einen "Quatsch" uns Dath zumutet. Für jemanden, der dem Fantasy-Genre ohnehin nicht besonders hold ist, ist dieser Roman eine Strafe, weil dieses Buch laut Rezensent "Fantasy auf Amphetaminen" ist, derart überdreht seien Plot und Stil. Und wozu das Ganze? Für seine Mühen wurde Müller nicht entlohnt, der zugibt, dass er das Buch gern schon nach den ersten 80 Seiten, nein, nicht weggelegt, sondern "in die Ecke gepfeffert" hätte. Durch die restlichen 470 Seiten hat er sich dann auch nur noch aus reiner Rezensentenpflicht gequält, wie er eingesteht.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








