Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.43 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hans Christoph Buch

Das rollende R der Revolution

Lateinamerikanische Litanei

Cover: Das rollende R der Revolution

zu Klampen Verlag, Springe 2008
ISBN-10 3866740255
ISBN-13 9783866740259
Geheftet, 159 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Nirgendwo auf der Welt erfreut sich revolutionäres Pathos einer so ungebrochenen Konjunktur wie in Lateinamerika, wo es mit rhetorischer Kraftmeierei, Eros, Exotismus und Folklore eine schier unwiderstehliche Verbindung einzugehen scheint: divenhafte Diktatorengattinnen werden zu Nationalheiligen verklärt, gefallene Guerilleros genießen Popstar-Status. Die politischen Szenarien in den betreffenden Ländern ähneln einander. Volksbefreier linker und rechter Provenienz treten auf die politische Bühne, verkünden das Ende von Armut und Korruption. Einmal an die Macht geputscht oder ins Amt gewählt, werden Hoffnungsträger zu Diktatoren oder deren Bewunderer. Buchs Reiseberichte und Reportagen, Analysen und politische Kommentare erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Seine außerordentliche Beobachtungsgabe, seine intime Kenntnis der politischen Zustände und kulturellen Verfasstheit gewähren dem Leser einen privilegierten Einblick in die lateinamerikanische Realität.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2008

Mit Genuss liest Florian Borchmeyer die gesammelten Lateinamerika-Reportagen von Hans Christoph Buch. Die "desillusionierende Bestandsaufnahme" der revolutionären Bewegungen in Kuba, Chile oder Bolivien, versetzen den Rezensenten in Staunen, hat er doch den solidarischen Kuba-Jubel des Autors aus den fernen 70ern noch im Ohr. Die dem Leser aus dem Band entgegenschallende drastische Kritik an vergangenen europäischen Sichtweisen sieht Borchmeyer durch das stilistische Feingefühl des Autors bei der Dokumentation der inzwischen vollzogenen Umbrüche in Lateinamerika eindrucksvoll kontrastiert. Besonders gefallen hat dem Rezensenten Buchs von persönlichen Bezügen durchdrungene "Kurzprosa" über Haiti. Borchmeyer eröffnet sie den Blick auf die Komplexität eines Landes, das er aus der Presse nur als Katastrophengebiet kennt. Die Verbindung von Analyse, literarischer Schilderung und schwarzem Humor erscheint dem Rezensenten in den Texten gewinnbringend umgesetzt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2008

Angetan zeigt sich Carlos Widmann von Hans Christoph Buchs Reportagen, Berichten, Tagebucheinträgen über Lateinamerika. Er attestiert dem weltläufigen Schriftsteller und Reporter einen "respektlosen Blick auf revolutionäre Latinos". Die bissigen Texte über die mexikanische Revolution, über sozialistisch regierte Länder wie Venezuela, Nicaragua oder Ecuador und besonders über den venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chavez machen für ihn deutlich: die Revolution hat endgültig abgewirtschaftet. Die Stärken des Buchs sieht er weniger in einem brillanten Stil oder der tiefgehenden, sachlichen Analyse. Er empfindet die Texte vielmehr als "eilig hingehämmerte Impressionen", deren Reiz für ihn in der "treffenden Anekdote", der "mutigen Verallgemeinerung" und dem "respektlosen Durchblick" liegt.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren