Herausgegeben von Marco Frenschkowski und Michael Siefener. Aus dem Englischen von Michael Siefener. The Occult Establishment gilt als die wegweisende Studie über die Präsenz okkulter Ideen, Motive und Bewegungen im kulturellen und politischen Establishment des 20. Jahrhunderts, vor allem in den Jahren zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. C. G. Jung und der Monte Verita, Nietzsche und die Vorgeschichte des Nationalsozialismus, die Entstehung der Esoterikszene und die vielfältigen Vernetzungen der okkulten Gruppen und Gemeinschaften werden neben vielen angrenzenden Themen detailliert analysiert, wobei sonst kaum bekanntes biographisches Material verwendet wird. Der Schwerpunkt in Webbs Darstellung liegt nicht nur auf der Ideengeschichte, sondern auf den vielschichtigen Beziehungen der relevanten Persönlichkeiten untereinander. Die internationale Einbettung nicht zuletzt der deutschen Okkultszene wird anschaulich sichtbar gemacht. Der Einfluss okkultistischer Ideen und Gruppen auf Literatur, Musik, Kunst und Politik wird verifizierbar und solide dokumentiert und auf seine kulturelle Bedeutung befragt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2008
Das Hauptthema des 1980 verstorbenen schottischen Historikers James Webb hat für Ernst Horst seinen Reiz. Okkultismus im Nationalsozialismus, bei Carl Gustav Jung, im Science-Fiction und bei Scientology - mit Hochachtung vor des Autors Fähigkeit, Informationen auszuwählen und zu bündeln und eine Art Freakshow des Okkulten und ihrer Protagonisten mit Humor zu dirigieren, liest Horst das Buch. Bedauerlich erscheint ihm der Umstand, dass das bereits 1973 im englischen Original erschienene Buch da endet, wo seine eigenen Erinnerungen an das Okkulte gerade anfangen. Eine Fortsetzung des Buches wäre dem Rezensenten sehr willkommen gewesen.
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