Das Buch untersucht die Konstruktion und politische Praxis des radikalen Nationalismus im wilhelminischen Kaiserreich. Dieser Nationalismus, der seit den 1890er Jahren vor allem von Agitationsverbänden wie dem Alldeutschen Verband, dem Ostmarken- und dem Flottenverein propagiert wurde, war ein qualitativ neuartiges Phänomen und ein wichtiger Katalysator für die weitere Entwicklung des Nationalismus in Deutschland. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die semantische und diskursive Konstruktion der für den radikalen Nationalismus konstitutiven Deutungsmuster sowie die Wechselwirkung zwischen dem Weltbild der radikalen Nationalisten und ihrem konkreten politischen Handeln.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.08.2008
Mit Interesse hat Rezensent Siegfried Weichlein die Dissertation von Peter Walkenhorst aufgenommen, die den "radikalen Nationalismus im Deutschen Kaisereich" zu erklären sucht. Dazu trage der Autor vor allem bisherige Befunde zum Thema zusammen, wobei er sich insbesondere für das Verhältnis der nationalistischen Massenorganisationen und der Reichsregierung interessiere, informiert Weichlein. "Eindrucksvoll" schildere die Studie die fortschreitende nationalistische Radikalisierung, deren soziale Reichweite der Autor jedoch zu Recht in Frage stelle, so der Rezensent. Obgleich kundig und flüssig geschrieben, seien die Ausführungen doch eher konventionell geraten, baut der Rezensent allzu hohen Erwartungen vor, große Überraschungen solle man nicht erwarten. Schließlich sei das Buch doch "Teil einer Nationalgeschichtsschreibung, deren Historiker nationaler seien als ihr Gegenstand", bemerkt Weichlein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2008
Durchaus zufrieden ist Rezensent Carsten Kretschmann mit Peter Walkenhorsts Untersuchung über den radikalen Nationalismus im wilhelminischen Deutschland, auch wenn der Autor seinem anspruchsvollem Vorhaben, die Nationalismusforschung mit den Mitteln der neueren Kulturgeschichte zu erweitern, nicht ganz einlösen kann. Der Autor führt für ihn das Erstarken eines neuen Nationalismus seit den 1890er Jahren vor Augen, wobei er zeigen könne, dass es den radikalen Nationalisten nicht um eine Rückkehr zur Tradition, sondern um eine Umgestaltung der Gesellschaft, kurz: um eine "andere Moderne" ging. Deutlich werde insbesondere, wie Begriffe wie "Volk" und "Rasse" zu "handlungsorientierenden Deutungsmustern" avancierten. Besonders hebt Kretschmann hervor, dass sich Walkenhorst nicht auf die Analyse des nationalistischen Diskurses beschränkt, sondern die politische Praxis - etwa die Militarisierung des radikalnationalistischen Denkens - in den Blick nimmt. Zu seinem Bedauern bleiben dabei die Ereignisse zwischen 1914 und 1918 gleichwohl unterbelichtet.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…