Das Autorengespann Maxeiner und Miersch nimmt die Leser mit auf eine amüsante Besichtigungstour durch den deutschen Alltag. Sie erkunden das Lebensgefühl der Nation mit unverstellten Blick und gesundem Menschenverstand, beschreiben Ikonen und Fetische: Golden Retriever und Eisbär, Che Guevara und Pace-Fahne, Windrad und Waldorfschule, erogene und genfreie Zonen. Ihre Sicht auf gesellschaftliche Trends ist immer wieder verblüffend. Sie demontieren das statische Weltbild der Kulturpessimisten und Endzeitpropheten und streiten gegen staatliche Regulierungswut. Sie plädieren für Fortschritt und Wandel, und eine treffende Pointe ist ihnen allemal lieber als falscher Respekt. Mit ihren Zwischenrufen kündigen sie angriffslustig den ach so geliebten Konsens auf. Angst vor Risiko und Konflikten sowie die sture Wahrung alter Besitzstände sind Maxeiner und Miersch ein Graus genau wie Humorlosigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.07.2008
Angetan scheint Melanie Mühl von Dirk Maxeiners und Michael Mierschs Buch "Frohe Botschaften", das deren in der "Welt" erschienene Kolumnen versammelt. Wie sie berichtet, haben die beiden Journalisten, die Anfang der neunziger Jahre das Umweltmagazin "Nature" leiteten, ihren einstigen Pessimismus abgelegt und sehen nun zuversichtlich in die Zukunft. Ihre Texte, die ein breite Palette von Themen vom Doping über die Klimadebatte bis zur Gentechnik abhandeln, haben für Mühl eine Botschaft: die Welt ist besser geworden. Krieg, Hunger, Analphabetentum, Unterdrückung oder Umweltverschmutzung seien auf dem Rückzug. Mühl hebt die pointierte Darstellungsweise der Autoren hervor und betont, man dürfe nicht jedes Wort für "bare Münze" nehmen. Sympathisch findet sie, dass die Autoren den "richtigen Ton" treffen und nicht als "belehrende Weltversteher" auftreten.
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