Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2008
Rezensent Urs Hafner kommt nach Lektüre dieser Schweizer Nachkriegsgeschichte von Christoph Dejung zu einem sehr durchmischten Fazit. Einerseits gesteht der Rezensent dem Autor zu, sich "kenntnisreich auf vielen Ebenen" zu bewegen und interessante Themen anzusprechen. Andererseits stört er sich ziemlich an der konkreten Aufbereitung. Zu "ungeduldig" eilt Dejung seiner Meinung nach von Thema zu Thema. Dabei lässt er den Leser kaum am Zustandekommen seiner Argumente teilhaben. Auch neigt Dejung Hafners Meinung nach zur Überschätzung - sowohl seiner eigenen Ansichten als auch der Rolle der Schweiz allgemein. Trotzdem hat dieses Buch bedenkenswerte und "überzeugende" Aspekte. Nicht umsonst bezeichnet der Rezensent es als ein "stilistisch glänzendes Pamphlet eines konservativ-kulturpessimistischen Freigeists."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2008
Irritiert über die jüngsten politischen Entwicklungen in der Schweiz schlägt Christoph Luzi das Buch auf. Und siehe da: Die Schweiz kann man kritisch sehen und dennoch mögen. So wirkt Christoph Dejungs Geschichte der Schweiz seit '45 auf den Rezensenten. Dankbar konstatiert Luzi die Ruhe und Klarheit der Darstellung. Immerhin geht es um ein Land voller Mythen. Überrascht stellt er fest, wie sich das Bergvolk auch betrachten lässt: Als sehr heterogen und föderalistisch. Dass der Autor schweizerische Ideale wie den Umweltschutz und eine sachliche Streitkultur hochhält, wertet Luzi als Indiz für die hinter aller hier waltenden Sachlichkeit glühende Leidenschaft. Schwere Lesekost wie Dejungs Erläuterungen zu den schweizerischen Altersversicherungen nimmt der Rezensent dafür in Kauf.
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