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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Norwegischen von Lothar Schneider. In seinem Roman, der auf authentischen Quellen beruht, erzählt Ketil Bjoernstad vom Leben einer Frau, die als "vraie princesse de la boheme" gefeiert wurde, die ihren Weg zwischen dem konservativ-bürgerlichen und dem neuen, emanzipatorischen Denken suchte. Die Geschichte von Oda Krohg, die ihrer Überzeugung gemäß zu leben versuchte, die ausbrach aus dem starren Schema von Ehe und Familie, um die Wahrheit ihrer Gefühle zu leben. Oda Krohg (1860-1935) war eine norwegische Landschafts- und Porträtmalerin. Eine Beamtentochter, die zur Protagonistin der Bohemebewegung in Oslo wurde. Eine Frau mit bahnbrechen Gedanken. Viele zeitgenössische Künstler und Schriftsteller wurden von ihr beeinflusst: Edvard Munch, Gunnar Heiberg und nicht zuletzt Christian Krohg, mit dem sie in zweiter Ehe verheiratet war.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2008
Gelungen und elegant findet Rezensent Matthias Hannemann den Roman "Oda" von Ketil Bjornstad. Erzählt wird darin die Lebensgeschichte der emanzipierten Malerin Oda Krogh, einer Prinzessin der Boheme Kristianias, des späteren Oslo, im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hannemann ist erstaunt, wie sehr Oda "Ikone" ihrer Zeit und der skandinavischen Kulturgeschichte ist und lobt den Autor ausdrücklich dafür, dass er sie nicht voreilig zu einem "Prototyp der Emanzipation und der freien Liebe" verherrlicht. Bjornstad habe sorgfältig recherchiert und erweise sich als zwar nicht sehr ausgefallener, aber doch talentierter Erzähler, der die Psychologie seiner Protagonistin geschickt zu entfalten verstehe.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.08.2008
Hin und wieder hat die Osloer Boheme in diesem Roman Ketil Björnstads den Rezensenten Joseph Hanimann etwas angestrengt, zumindest wenn sie es mit ihrem Streben nach dem wahrhaften Leben etwas zu genau nahm, aber eigentlich hat er sich gern auf sie eingelassen. Björnstadt erzählt von Oda Krohg, die um die vorletzte Jahrhundertwende ihre bürgerliche Familie verlässt, um sich einem Leben der Malerei und der Wahrheit zu verschreiben. Sie nimmt Unterricht beim Maler Christian Krohg, wird ihn auch später heiraten, aber auch den Anarchisten Hans Jaeger lieben. Als eine Mischung aus "dokumentarischem Roman und fantasierter Monografie" bezeichnet Hanimann diesen Roman, dem allerdings "weniger direkte Rede", eine straffere Handlung und vielleicht weniger zeitgenössische Naturalismus-Debatten gut getan hätten.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2008
Bemerkenswert nüchtern begegnet Ketil Björnstad in seinem Künstlerroman um die Malerin Oda Krohg den inszenierten Hysterien der legendären Boheme von Kristiania, die auch über die Grenzen Norwegens hinaus Eindruck machte, stellt Rezensent Peter Urban-Halle fest. Der Autor, 1952 nunmehr in Oslo geboren, schöpft seine Informationen über seine Heldin und ihren Kreis von Künstlern und Literaten aus den Romanen, Tagebüchern und vor allem den Briefen der Zeit und auch wenn es ihm damit einen anschaulichen Eindruck der überspannten Stimmung der Osloer Künstlerszene vermittelt, so hätte er ruhig etwas weniger extensiv zitieren dürfen, kritisiert Urban-Halle leise. Aber er findet dennoch, dass es diesem Roman gelingt, erhellend darzustellen, was das Faszinierende an Oda Krohg und der Kristiania-Bohme als "lebendigstes, intellektuelles Milieu" in der Geschichte Norwegens war.
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