Aus dem Serbischen von Katharina Wolf-Grieshaber. Gymnasialschüler füllen die Bänke eines imaginären Klassenzimmers, das in der Provinz zu liegen scheint. Vier Schüler dieser Klasse müssen das Schuljahr wiederholen, sie sitzen wider Erwarten im Zentrum des Raumes, erhöht, und blicken auf den Rest der Klasse hinunter. Dem Ich-Erzähler kommt das Leben in der Vogelklasse eingeschränkt vor, wie in der Verbannung, und gemeinsam mit den Mitschülern schaut er bewundernd zum Wiederholerberg empor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2008
Samuel Moser scheint sehr eingenommen für Bora Cosics Buch "Die Vogelklasse", das er als "grandiose kleine Prosa" lobt. Die 36 kurzen Kapiteln über eine sonderbare "Vogelklasse" an einem Gymnasium, in der die Schüler, gefangen in hermetischer Auswegslosigkeit, immer wieder dasselbe, also nichts lernen, sind für ihn wie Universalgeschichte, die in einem das Ganze erzählt. Das Mittel der Verdichtung, das der Autor anwendet, fungiert nach Ansicht Mosers zugleich als "Öffnung ins Unendliche". Er sieht Cosic als einen Beckett-Nachfolger.
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