Die verlorenen Orte der Kindheit, das Verrinnen der Zeit, Fremde und Geborgenheit: Sepp Malls Gedichte spiegeln Grundfragen menschlicher Existenz in eindringlichen poetischen Bildern.In sechs Gedichtzyklen führt Sepp Mall mitten hinein in die zentralen Themen seines lyrischen Werks. Es sind die Grundfragen menschlicher Existenz, die er auch in seinem dritten Lyrikband in immer wieder neuen Sprachbildern umkreist. Mit sparsamsten poetischen Mitteln, unaufdringlich und prägnant, bringt er die verlorenen Orte der Kindheit, die Vertrautheit und Leichtigkeit jener Zeit zum Schwingen. In wenigen Zeilen lotet er aus, was uns Menschen umtreibt in unserer Sehnsucht nach Geborgenheit und Glück. Seelenlandschaften und Vorgänge in der Natur fließen in Bildern voller Licht und Farben ineinander. Baum und Tier sind Vergehen und Tod ebenso eingeschrieben wie Standhalten und Bestehen. Der Blick des Autors auf die Welt, auf Fremdes und Nahes, ist voll Skepsis und Zuneigung zugleich, er schließt Verstörendes und Gegenläufiges mit ein. Aber über allem bleibt die Ahnung von einem Ort, an dem man nicht mehr fremd ist. Sepp Mall hat diesen Ort in der Sprache gefunden, in der unvergleichlich präzisen Poesie seiner Gedichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.05.2008
Zum Klingen bringt der Autor seine Verse immer dann, wenn er den Klischees der Romantik und der damit verbundenen Trivialisierung entsprechender Topoi entsagt. So sieht es Nico Bleutge und hält sich bevorzugt an diejenigen Gedichte, in denen Sepp Mall bekannten Begriffen "flugs" eine neue Richtung gibt. Bleutge kommt in diesen Genuss immer dann, wenn der Autor mittels Enjambements und Klammern den Gleichlauf der Verse stört und so seinen aus Kindheit und Liebe gespeisten Sehnsuchtsbildern die "nötige Mischung aus Nähe und Distanz" verleiht.
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