Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jerzy Jedlicki

Die entartete Welt

Die Kritiker der Moderne, ihre Ängste und Urteile

Cover: Die entartete Welt

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN-10 3518419382
ISBN-13 9783518419380
Gebunden, 315 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Jerzy Jedlickis glänzend geschriebene Geschichte der Verzweiflung und des Kulturpessimismus ist eine spannende Lektüre: Der polnische Historiker zeichnet nach, unter welchen Ängsten die Intellektuellen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts zu leben hatten. Einsicht in Schattenseiten des Fortschritts entstand keineswegs nur an den europäischen Peripherien. Auch im viktorianischen England oder im Frankreich des Fin de siecle erkannten viele Denker, dass "die Zeit des Fortschritts in mancher Hinsicht eine Zeit des Rückschritts ist, und die schöne neue Welt, die von den Propheten der Moderne angekündigt wird, sich als eine Welt der Unsicherheit und der Krise herausstellt" (Jerzy Szacki). Jedlicki macht demgegenüber klar, dass "die permanente Krise die Voraussetzung für die Entwicklung der europäischen Zivilisation darstellt und dass in jeder Phase ihrer Geschichte die Kritiker der Moderne meinten, dass es eine Krise, wie sie sie gerade erfuhren, nie zuvor gegeben habe".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2008

Rezensent Daniel Jütte gefällt die Analyse der gesellschaftlichen Krisendiskurse des 19. Jahrhunderts, die der polnische Autor Jerzy Jedlicki geleistet hat. Er ist angetan von der "konsequent europäischen" Perspektive des Autoren und seiner "eleganten und mitunter ironischen Argumentation". Krisenrhetorik betrachtet Jedlicki damals wie heute mit Skepis, sieht jedoch interessantes Potenzial im "Modus des ehrlichen Zweifelns". Ein paar Irritationen gab es bei der Lektüre für Jütte aber trotzdem. Zum Beispiel irritiert den Rezensenten der Umstand, dass Jedlicki seinen eigenen, ganz unnötigen Krisendiskurs anfängt, und zwar durch eine "schroffe Gegenüberstellung von 'infantiler' Populärkultur und Streichquartett" in der Gegenwart.

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