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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 10.24 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Parag Khanna

Der Kampf um die zweite Welt

Imperien und Einfluss in der neuen Weltordnung

Cover: Der Kampf um die zweite Welt

Berlin Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 382700599X
ISBN-13 9783827005991
Gebunden, 623 Seiten, 26,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Schmidt. Innerhalb weniger Jahre hat sich das geopolitische Gefüge des noch jungen 21. Jahrhunderts dramatisch gewandelt. Neue Konstellationen sind plötzlich denkbar oder schon Realität. Neben der angeschlagenen Supermacht USA schicken sich zwei weitere Global Player an, ihre Interessen und ihren Einfluss bei der Gestaltung der zukünftigen Weltordnung geltend zu machen: die Europäische Union und China. Das Augenmerk dieser sehr unterschiedlichen "Imperien" neuen Stils liegt dabei vor allem auf den Staaten der Zweiten Welt - jener großen und doch erstaunlich unterschätzten Gruppe von Ländern, in denen der Wohlstand der Ersten Welt auf das Elend der Dritten Welt prallt. Die strategische und ökonomische Bedeutung dieser Staaten in Osteuropa, Zentralasien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und in Ostasien ist laut Parag Khanna kaum zu überschätzen. Die Art und Weise, wie sie auf die Herausforderungen der Globalisierung und auf die Avancen der drei "Imperien" reagieren, wird entscheidend für die zukünftige Weltordnung sein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2008

Wilfried von Bredows Reaktion auf Parag Khannas "populär aufgemachtes" Buch zur geopolitischen Lage in einer postamerikanischen Zukunft ist ambivalent. Einerseits kann er viel Wissenswertes darin finden und freut sich über Khannas leserfreundlichen Ton, der aktuelles Zeitgeschehen spannend verpackt. Andererseits hat ihn gerade in den ersten sechs Kapiteln Khannas Argumentation enttäuscht, die er aus politikwissenschaftlicher Perspektive bedenklich findet. Ungestützte Thesen fände man da, die geradezu auf "abenteuerlichen Annahmen" basieren. Dennoch biete Khanna interessante Überlegungen zur Weltlage nach Amerikas Vorherrschaft: drei Supermächte verbleiben - USA, China und Europa - und buhlen um die Rohstoffe der Schwellenländer. In fortschreitender Abhängigkeit voneinander kämpft jede auf eigene Weise um Macht. Darüber hinaus untersucht Khanna, wie seine drei Imperien bis heute an geopolitischem Einfluss gewonnen haben. Dieser Teil, so Bredow, lese sich wie die klugen Reiseberichte eines Paul Rohrbach oder Klaus Mehnert.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2008

Seinem selbstgesteckten Ziel, die Nachfolge des britischen Universalhistorikers Arnold J. Toynbee anzutreten, kann der Autor Parag Khanna mit diesem Buch nicht gerecht werden, urteilt Rezensent Victor Mauer. Selbst wenn man Khannas These von einer aus drei relativ gleichwertigen Imperien (EU, USA und China) bestehenden Weltordnung folgt, komme man nach der Lektüre zu einem sehr unzureichenden Ergebnis. Als widersprüchlich und undifferenziert bezeichnet Mauer die Ausführungen des Politologen, in denen er vage Hinweise auf die Grundannahmen der realistischen Schule der internationalen Beziehungen entdeckt. Problematisch sei beispielsweise die Behauptung des Autors, die Vereinigten Staaten seien im Niedergang begriffen; ebenso vermisst er fundierte Literaturquellen. In Sachen "analytischer Schärfe?, Kenntnisreichtum und "sprachlicher Eleganz? könne er seinem Vorbild daher nicht das Wasser reichen. Als pointierte Reisereportage könnte das Buch jedoch funktionieren, schließt Mauer.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.04.2008

Rezensent Herfried Münkler begrüßt Parag Khannas Buch über die Globalisierung im 21. Jahrhundert, das nicht nur deren gegenwärtigen Zustand bilanzieren, sondern ihre Zukunft abschätzen möchte. Im Zentrum des Interesses sieht er die Rollen, die die USA, Europa und China spielen sowie die Bedeutung von Staaten der zweiten Welt, die zwischen den großen geopolitischen Blöcken liegen. Der Autor verstehe die imperiale Ordnung des 21. Jahrhundert dabei von der Konkurrenz verschiedener Modelle geprägt: die USA setzten demnach auf "Koalitionen", die Europäer auf "Konsens", die Chinesen auf "Konsultation". Münkler hebt hervor, dass sich das Buch nur zum Teil mit der weltpolitischen Ordnung des 21. Jahrhunderts befasst. Daneben bietet es zu seiner Freude eine lebendige Schilderung von Khannas Reisen zwischen dem Balkan und dem Kaukasus, Zentralasien und Lateinamerika, Mittleren Osten und Südostasien. "Beobachtung und Reflexion gehen dabei eine attraktive Verbindung ein", resümiert Münkler, der das Buch für eine lohnende Lektüre hält, auch wenn er nicht alle Thesen des Autors teilt.

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