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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Mircea Cartarescu

Warum wir die Frauen lieben

Geschichten

Cover: Warum wir die Frauen lieben

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN-10 3518419617
ISBN-13 9783518419618
Gebunden, 171 Seiten, 17,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Rumänischen von Ernst Wichner. Da ist Irina, Literaturstudentin aus Brasov, die dem jungen Dichter Nabokov und D.H. Lawrence nahebrachte und sich von der Securitate anwerben ließ. Oder die Hermannstädter Rumänin in Paris, die mit einem Algerier zusammenlebt und ihn zu einer Nacht zu dritt verführen will. Mircea selbst ist ein hochsensitives, schönheitstrunkenes Subjekt, das mal als blasser, traumverlorener, offenbar recht unscheinbarer junger Mann im Bukarest der siebziger Jahre die Szene betritt, mal als langhaariger Jüngling in Lederjacke auf den Spuren Ferlinghettis und Kerouacs durch San Francisco läuft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2008

Nach wie vor schwebend bei diesem Autor, nimmt sich Wolfgang Schneider den rumänischen Bestseller von Mircea Cartarescu vor und staunt. Die für Cartarescu ungewohnt lebensfreundlichen Töne der 19 versammelten Liebesgeschichten führt er zurück auf den Auftraggeber (die rumänische "Elle") und dessen Zielpublikum. Was nun der Autor hier liefert, erscheint dem Rezensenten, der selbst wohl nicht zu den Abonnenten von Frauenmagazinen zählt, allerdings alles andere als "renommistische Schwerenöterprosa". Einen Helden, der zum Minnedienst taugt, gibt es zwar, doch Schneider hält ihn nicht für einen Schwärmer. Auch die vielfältigen Frauengestalten (Goldbomben, Krummnasige), findet Schneider "anrührend real". An den heiter-melancholisch "dahingeplauderten" Geschichten selbst schätzt er ihre Detailverliebtheit und dass sie weniger vom Glück als von seiner haarscharfen Verfehlung handeln. Und wenn Schneider genau hinschaut, entdeckt er sogar etwas von diesem Gefühl des Schwebens, mit dem Cartarescu Bukarest zur "Welthauptstadt der Fantastik" gemacht hat.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2008

Verena Auffermann ist vom großspurigen "Wir" im Titel dieses Erzählbandes, dessen Geschichten allesamt von scheiternden Liebesdingen handeln, zunächst ein bisschen abgeschreckt. Schnell stellt sich heraus, dass es in Wahrheit natürlich nicht um die Frauen geht, die durchgehend eine wenig glückliche Rolle in den Geschichten spielten, als vielmehr um ein Schriftsteller-Ich, das seine Überlegungen zu "Träumen, Depressionen" oder "Obsessionen" loswerden will, vermutet die Rezensentin, die dann doch vom Charme, der abschweifenden Reflexionslust und der leisen Traurigkeit dieses Bandes ganz angetan ist, wie sie durchblicken lässt. Denn mit seinen zwischen Melancholie und "burlesker Poesie" changierenden Erzählungen zielt der rumänische Autor auf das "traurige Lachen", und damit erinnert er Auffermann an die Filme von Eric Rohmer.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2008

Ins Schwärmen gerät Andreas Breitenstein über Mircea Cartarescus Geschichten "Warum wir Frauen lieben". Die meisten Texte, informiert der Rezensent, sind für die rumänische "Elle" verfasst worden, und er bescheinigt ihnen eine geradezu "existenzielle Wucht", die schon Cartarescus Roman "Die Wissenden" auszeichnete. Erfreulich scheint ihm dabei, dass der Band weniger testosteronhaltig daher kommt. Dafür bescheinigt er den Geschichten "Subtilität und Emphase". Er findet darin nicht nur Cartarescus eigene "Education sentimentale", sondern auch ein Porträt der rumänischen Gesellschaft. Besonders beeindruckt hat ihn die virtuose Fähigkeit des Autors, "der wechselnden Launen der Liebe gleichermaßen luzid literarisch habhaft zu werden".

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