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Bruno Schulz
Die Zimtläden
Klappentext
Aus dem Polnischen von Doreen Daume. Eine der großen Kindheitsgeschichten des 20. Jahrhunderts. "Die Zimtläden" erzählt von der versunkenen Welt des Schtetls in Galizien: der verschrobene Vater und seine böse Gegenspielerin Adela, verwunschene Gärten und modrige Hauseingänge, überraschend entdeckte Zimmer hinter vernagelten Türen, wo die Tapeten zu leben anfangen, das flirrende Paradies des Sommers, ein Sturm, der das Gerümpel auf dem Speicher in Wallung bringt, Nächte, in denen Schneiderpuppen zum Leben erwachen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.07.2008
Neben der Bruno-Schulz-Biografie bespricht Renate Wiggershaus auch die Neuübersetzung seines Debüts "Die Zimtläden" von 1934. In den höchsten Tönen lobt die Rezensentin dieses "literarisches Meisterwerk", das sie im Einklang mit der allgemeinen Literaturkritik als "Mythologie der Kindheit" beschreibt. Über die Qualitäten und Feinheiten der Neuübersetzung ist sie jedoch geteilter Ansicht: semi-gelungen, lautet ihr Urteil. Insgesamt bescheinigt sie beiden Veröffentlichungen, "Schulz' ungestümes Vorwärtsdrängen in die unergründliche Wunderbarkeit des Alltags" in herausragender Weise wieder zu geben.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.03.2008
Mit großer Emphase begrüßt Rezensentin Maja Rettig Doreen Daumes "fulminante" Neuübersetzung der "unerhörten", komplexen und "zum Bersten sinnlichen" Prosa von Bruno Schulz’ bahnbrechendem Roman von 1934. Mit großer Faszination durchstreift sie lesend die staunenswerten Welten zwischen kindlicher Wahrnehmung und Wirklichkeit, die Schulz in seinem Buch aus ihrer Sicht ebenso bezaubernd wie auf Augenhöhe mit der Moderne darzustellen verstand. Thema des Romans ist ihrer Beschreibung zufolge das Verschwinden der Grenzen zwischen Ich und Welt, das an der Kindheit durchgespielt werde. Beinahe berauscht feiert die Rezensentin das "bildliche Genie" dieses Autors, der im wirklichen Leben Lehrer am Gymnasium in galizischen Drohobycz gewesen sei, wo ihn die Nazis 1942 auf offener Strasse erschossen hätten. Sie sieht die Sätze wie Schlingpflanzen über Tapeten und Kinderwelten wuchern, wirkliche Menschen sich in mythische Wesen verwandeln. Sie spürt ferne Verwandtschaft zur Welt des Franz Kafka und ist doch froh, das Schulz’ in überbordender und hochempfindlicher Sprache geschilderte Welt eine ganz andere ist.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2008
Mit großem Lob versieht Rezensent Ulrich M. Schmid Doreen Daumes "stilsichere" Neuübersetzung von Bruno Schulz’ berühmtem Roman. Seiner Ansicht nach ermöglicht Daumes Übersetzung nicht nur die fällige Wiederentdeckung dieses Buchs als Meisterwerk der Moderne, sondern bietet überhaupt die erste Übersetzung in die deutsche Sprache, die Schulz’ innovativer Ausdruckskraft wirklich gerecht wird. Bei der bisher erhältlichen Übersetzung von Josef Hahn handele es sich eher um eine "impressionistische Nachdichtung", die zudem voller Fehler sei. Die "besondere Qualität" von Schulz’ Prosa besteht für den Rezensenten darin, dass sie die "wichtigsten Tendenzen des frühen 20. Jahrhunderts" in eine "ebenso überraschende wie überzeugende literarische Form" zu bringen verstünden: Einsteins Relativitätstheorie zum Beispiel, aber auch Freuds Lehre vom Ödipus-Komplex. Darüber hinaus beeindruckt Schmid die "lautliche Sinnlichkeit" der Sprache dieses Romans, ihre Metaphern und Metamorphosen, die er ebenfalls als auf der Höhe der Moderne empfindet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2008
Mit großer Freude hat Rezensentin Stefanie Peter den Erzählband "Zimtläden" des polnischen Erzählers Bruno Schulz (1892-1942) aufgenommen, der endlich in einer neuen deutschen Übersetzung vorliegt. Der bei seiner versuchten Flucht aus dem Getto von Drohobycz 1942 von einem SS-Mann ermordete Autor ist nach Peters Ansicht als galizischer Dichter in Erinnerung geblieben, als ein Schriftsteller, der die Welt der jüdischen Schtetls in Literatur gefasst hat - ein Eindruck, dem sie nur widersprechen kann. Demgegenüber akzentuiert sie die Modernität dieses Schriftstellers, würdigt ihn als "Riesen der literarischen Moderne" und stellt ihn in den Kontext Benjamins und Kracauers. Sie erläutert die Rolle von Traum, Mythos und Illusion in seinem Werk, versteht die Wirklichkeit darin als "Arsenal von Zeichen" und findet in den Texten die literarische Gestaltung des Schocks der Moderne. Lobend spricht Peter auch über die Übersetzung von Doreen Daume, der sie hohe "sprachliche Sensibilität" bescheinigt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.03.2008
Andreas Dorschel hat Bücher von und über Bruno Schulz gelesen, die er in einer Doppelrezension vorstellt. Erst mit der neuen Übersetzung von Bruno Schulz' Buch "Die Zimtläden" von Doreen Daume wird der galizische Autor, den Dorschel als herausragendsten polnischen Dichter des vergangenen Jahrhunderts feiert, auch für deutschsprachige Leser wirklich erfahrbar, wie der Rezensent schwärmt. In einem kleinen Vergleich mit der bisher vorliegenden Übertragung von 1961 durch Josef Hahn demonstriert der begeisterte Rezensent die Vitalität und Intensität, die die Übersetzerin ins Deutsche zu transportieren in der Lage ist. Denn die 1934 im polnischen Original veröffentlichte Familiengeschichte "Zimtläden", die weder biografisch noch psychologisch von den einzelnen Mitgliedern erzählt, sondern versucht, den "mythischen Gehalt" zu erfassen, beeindruckt sprachlich durch seine schillernde "Sinnlichkeit", rühmt der Rezensent.
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