Bücherschau der Woche
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Joyce Carol Oates
Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
(Ab 13 Jahre)
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. Bei einem Autounfall hat Jenna ihre Mutter verloren. Sie selbst überlebt - schwer verletzt. Vor dem Unglück war Jenna eine sportliche, beliebte Schülerin. Doch mit dem Verlust und ihrer möglichen Schuld am Unfall wird sie nicht fertig. Sie will nie wieder etwas fühlen, nie wieder verletzbar sein. Bis sie Crow begegnet, der ihr Mut machen will, sich ihren Ängsten zu stellen. Doch Jenna fürchtet, er hat nur Mitleid. Erst als Alkohol und Medikamente sie in Lebensgefahr bringen, begreift sie, dass Crow ihre letzte Chance ist. Mit seiner Hilfe kann sie es schaffen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.09.2008
Rezensent Harald Hordych hält Joyce Carol Oates' Jugendbuch für ein Geschenk. Wie brillant sie von der nach dem Tode der Mutter traumatisierten Jenna erzählt, begeistert den Rezensenten: Er konnte den quälenden Schwebezustand Jennas zwischen Angst und Abschottung gut nachempfinden - in "Düsternis" und Rührseligkeit versank Rezensent Hordych dank sarkastischer Lakonie und hohem Erzähltempo trotzdem nie.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.03.2008
Wieder einmal vorbehaltlos staunen musste Rezensent Siggi Seuss über die Empathie und Präzision, mit der Joyce Carol Oates in ihrem neuen Jugendroman in ihre Figuren geschlüpft ist: hier in die fünfzehnjährige Jenna, die nach einem schweren Verkehrsunfall, der ihre Mutter das Leben kostete, seiner Beschreibung nach unter einem "posttraumatischen Stresssymptom" leidet. Seuss ist dann so fasziniert von der Art, wie Oates Gedanken, Ängste und Fantasien des Mädchens vor dem Leser ausbreitet, dass er kaum noch die Grenze zwischen Leben und Literatur empfindet. Er ist von dieser Autorin gefesselt, die ihre Figuren und Leser mit der Virtuosität einer begnadeten Marionettenspielerin auf dünnem Eis tanzen lasse.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Jenna, die Protagonistin dieses Romans, hat einen schweren Autonfall, bei dem ihre Mutter ums Leben kam, knapp überlebt. Das Leben danach hält sie nicht aus ohne Schmerzmittel, die sie in einen Zustand versetzen, den sie "Im Blauen" nennt. Im Blauen hat sie weder Sorgen noch Schmerzen, es ist eine Art Glückskoma, in dem sich freilich auf Dauer nicht leben lässt. Ganz außerordentlich beeindruckt ist die Rezensentin Elena Geus von der "faszinierenden Tiefe", mit der die Autorin aus Jennas Perspektive diesen Zustand zu schildern versteht. Allerdings fällt das Urteil trotzdem nicht ohne Einschränkungen positiv aus: Neben aller "Brillanz", trotz "virtuoser Sprachbilder" finden sich auch hier, so Geus, die für die überaus produktive Oates so typischen Qualitätsschwankungen. Die Nebenfiguren seien zum großen Teil wenig interessant und gelegentlich seien "Anflüge von Kitsch" nicht zu übersehen.
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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