Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Unsere Gesellschaft steht vor einer tiefen Spaltung. Dieses Buch macht deutlich, warum wir uns vom Traum einer gerechten Gesellschaft verabschieden müssen. Immer mehr Menschen sind von den Segnungen des Wohlstands ausgeschlossen und haben keine Hoffnung, dass sich daran etwas ändert. Lebensläufe, die man für solide hielt, geraten ins Schlingern, weil Arbeitsplätze, die man sicher glaubte, wegbrechen. Ungelernte Aushilfskräfte kann es genauso treffen wie hochqualifizierte Wissenschaftler. Heinz Bude, einer der besten Kenner der deutschen Gesellschaft, entwirft zum ersten Mal ein umfassendes Bild jener zerklüfteten Verhältnisse, die in Zukunft immer stärker unsere Gesellschaft prägen werden. Jetzt ist es Zeit, darüber zu diskutieren, wie wir künftig leben wollen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2008
Urs Hafner schätzt Heinz Budes Buch über die "Ausgeschlossenen", die von der Soziologie lange nicht wirklich in den Blick genommen wurden. Der "packende Essay" führt für ihn klar das Grundgefühl dieser Gruppe vor Augen, überflüssig, abgehängt, ausgegrenzt zu sein. Er attestiert dem Autor, den er als "Porträtisten unter den deutschsprachigen Soziologen" charakterisiert, verschiedene Typen von Ausgeschlossenen mit ihren Milieus treffend zu skizzieren: Neben dem langzeitarbeitslosen Angehörigen der Unterschicht und der alleinerziehenden Mutter aus dem "Prekariat", etwa die akademische Mittvierzigerin, "die sich als kreative Freiberuflerin von Job zu Job hangelt" oder den Rentner, der seine Zeit im Baumarkt totschlägt. Über die "sozialpolitischen Konsequenzen" seiner Beobachtungen schweige sich der Autor, dem es vor allem darum gehe, "nüchtern darzustellen, was Sache ist" (Bude), allerdings aus.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.04.2008
Ein Schauer läuft dem Rezensenten über den Rücken angesichts dieses Horrorfilms von einem Stoff. "Exklusion" ist das Schreckenswort, das sich Jakob Schrenk vom Autor erklären lassen möchte. Dass "anekdotische Evidenz" nicht hinreicht, um Armut und sozialen Abstieg zu analysieren, wird Schrenk rasch klar. Zu sehr nach binärem Muster ("Gewinner und Verlierer") angelegt erscheint ihm dann Heinz Budes Darstellung und zu wenig bemüht, die wirklichen Umstände und Folgen sozialer Ängste zu erklären. Dass der Autor auf den Prekariats-Zug aufspringt und dramatisiert, statt nüchtern zu dokumentieren, macht den Band für Schrenk nicht empfehlenswerter.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2008
Gerd Roellecke stellt zunächst fest, dass Heinz Bude in seiner Studie über Menschen, die den gesellschaftlichen Anschluss verloren haben, keineswegs mit moralischem Impetus, sondern mit exakter Begrifflichkeit und klaren Fakten arbeitet. Nach Bude ist das Ausgeschlossensein das irreversible Ergebnis eines in jeder Gesellschaft anzutreffenden "Ausleseverfahrens", erklärt der Rezensent. Besonders sprechend fand Roellecke Budes Untersuchung der Situation der ehemaligen Arbeiter in der ostdeutschen Landwirtschaftsindustrie, die sich einst als wirtschaftliche Elite fühlen durften, heute aber einen beträchtlichen Teil der "Ausgeschlossenen" ausmachen. Außerdem stellt der Rezensent beeindruckt fest, dass der Autor mit dem Körper, der zunächst das Kapital der Ausgeschlossenen darstellt, sich aber besonders schnell verbraucht, einen in der Soziologie gewöhnlich eher ausgesparten Punkt in seine Studie miteinbezieht. Insgesamt sieht Roellecke in diesem Buch die gesellschaftlichen Verhältnisse äußerst treffend beschrieben und kann die Studie deshalb nur loben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.03.2008
Christian Schlüter empfiehlt uneingeschränkt den "dringlichen, geradezu überfälligen Appell" des renommierten Kasseler Soziologen Heinz Bude. Dieser hat das unter Politikern und Sozialwissenschaftlern eher unbeliebte und als Neiddebatte diffamierte Thema der sozialen Gerechtigkeit unter die Lupe genommen und ist zu erschreckenden Ergebnissen gekommen. Die These vom "ausgeschlossenen Ausschluss" beschreibt die Masse an Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Ausbildung, die angesichts der fortschreitenden Verteilungskämpfe die Opfer der Deindustrialisierung sein werden und bereits sind. Für Bude und den Rezensenten sind die administrativen Lösungsvorschläge der Politik (Ich-AG, Eigenverantwortung, Lebenslanges Lernen) blanker Zynismus und die Verlängerung der Lüge von der Möglichkeit einer gerechten Gesellschaft in einer globalisierten Welt.
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