Intelligenz, Bewusstsein und Selbst-Bewusstsein sind für Douglas R. Hofstadter die wichtigsten Fragen überhaupt. Bastelte die Natur tatsächlich aus Neuronen das Gehirn? Und wie kam es zum Wunder des Selbstbewusstseins? Menschliches Selbstbewusstsein scheint aus Mustern zu bestehen, die Schleifen bilden. Sie nehmen sich beim Sehen, Sprechen, Gehen ... beim Denken selbst wahr, beobachten sich und verstehen sich selbst und die anderen "Schleifen" immer besser. Der Hirnforscher zum Beispiel, der sein denkendes Gehirn untersucht, der Künstler, der sich selbst porträtiert, und schließlich alle Menschen, die über sich selbst nachdenken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008
Fast 30 Jahre nach seinem Kultbuch "Gödel, Escher, Bach", in dem er über Künstliche Intelligenz und das menschliche Bewusstsein in Kombination mit Musik, Mathematik und Kunst nachgedacht hat, schickt Douglas R. Hofstadter ein weiteres Werk zum Thema hinterher, das der hier rezensierende Wissenschaftshistoriker Michael Hagner allerdings reichlich obskur findet. Analog zu Kurt Gödels "mathematischer Herstellung von Selbstreferenz aus bedeutungslosen Symbolen" konstruiert Hofstadter jetzt seine Theorie vom Bewusstsein als "endlosem Rückkopplungsprozess", erklärt der Rezensent. Dass der Autor dabei neuere Erkenntnisse der Neurowissenschaften geflissentlich ignoriert, findet der Rezensent doch ziemlich befremdlich. Noch bizarrer scheint ihm Hofstadters Vorstellung vom Weiterleben des Bewusstseins Verstorbener als Schleifen in fremden Gehirnen oder einer Rangordnung von Seelen, nach der Maschinen und Insekten keine, Hunde kaum eine, Psychopathen eine kleine und herausragende Persönlichkeiten wie Albert Schweitzer eine "große Seele" haben. Nicht erst hier driften die Überlegungen des Autors in einen seltsamen "Mystizismus" ab, findet Hagner, der hinter der prahlerischen Behauptung Hofstadters, das "Rätsel des Bewusstsein" zu erklären, nicht viel Substantielles entdecken kann.
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