Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Französischen übersetzt von Christel Gersch. Nach dem Tod seines Vaters kehrt der junge Baron de l'Aubepine 1848 auf das Landgut in der Normandie zurück, um die Nachfolge des Schlossherrn anzutreten. Die väterliche Gefolgschaft schickt er zum Teufel, bis auf den Wildhüter Lambert, dem er sich merkwürdig verbunden fühlt. Lambert indes beobachtet seinen neuen Herrn mit Argwohn. Fremd und unheimlich ist ihm dieser launische Adlige mit seinen Sehnsüchten und perversen Neigungen, mit seiner Begeisterung für eine aufscheinende neue Weltordnung, die die Gewissheiten des Wildhüters, ja seine Existenz in Frage stellt. Doch Lamberts Tochter begegnet dem exzentrischen Hausherrn und seiner lebenslustigen Geliebten viel zu neugierig. Als der Baron in seiner Verstiegenheit Victor Hugo aus dem Exil entführen will, muss Lambert die Ordnung seiner Welt verteidigen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2008
Weit zurück in die Zeit der Revolutionen von 1848 und in eine "imaginäre Normandie" versetzt das Buch unseren Rezensenten. Ganz angenehm scheint Georg Renöckl das zu finden. Sogar den "brutal direkten" Ton, das rasante Erzähltempo und den ständigen Wechsel der Redeweisen lässt er sich gefallen. Die anfängliche hohe Spannung der Geschichte über einen exaltierten Schlossherrn und seinen erdigen Wildhüter kann Francois Vallejo zwar nicht immer halten, der Rezensent hält ihm dennoch die Treue. Einfach zu faszinierend erscheint ihm der Klang, den der Text auch in seiner "stimmigen" Übersetzung behält und ausstrahlt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2008
Anfangs liest Joseph Hanimann Francois Vallejos Doppelporträt eines konservativen Wildhüters und seines fortschrittlichen Dienstherrn im Frankreich um 1848 noch mit gutmütigem Interesse. Der revolutionäre Hintergrund dieses Jahres, in dem die sozialen Beziehungen aus den Fugen geraten, ist Vallejo nämlich nur die Folie für die Schilderung einer verzwickten, ja beizeiten "perversen" Beziehung zwischen Herr und Knecht, so der Rezensent. Vallejo konstruiere diesbezüglich einige "reizvoll abstruse Situationen". Das alleine genügt natürlich noch nicht für ein gutes Buch. Und da Vallejo in den Augen des Rezensenten damit scheitert, die einzelnen Elemente zu kanalisieren und auf etwas hin zu verdichten, läuft die Geschichte leider "narrativ ins Leere". Die Übersetzerin Christel Gersch verrichte ihren Dienst zwar wacker, könne aber den Untergang des Schiffes schließlich auch nicht verhindern.
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