Mehr als zwei Jahrhunderte prägten staatlich privilegierte Handelsgesellschaften die Beziehungen zwischen Asien und Europa: die Ostindien-Kompanien. Sie waren ein historisch einmaliges Phänomen und besaßen lange Zeit quasi Monopole. Sie brachten Waren nach Asien, transportierten aber auch Wertvorstellungen, Mentalitäten, Religion, Techniken und vieles mehr. Umgekehrt aber machten sie auch Europa mit den Werten und Waren Asiens bekannt. Jürgen G. Nagel berichtet in dieser einzigen deutschsprachigen Gesamtdarstellung von den ersten Handelskontakten mit Asien, vom Gewürz-, Tee-, und Baumwollhandel, von Piraten, Moguln und von Großkapitalisten. Denn nicht zuletzt stellen die Ostindienkompanien ein spannendes Kapitel der Wirtschaftsgeschichte dar, waren sie doch die ersten, die mit modernsten Mitteln und einer innovativen Gesellschaftsform Handel im großen Stil trieben.
Als "ausgezeichnete Einführung" in Geschichte und Grundlagen der Globalisierung lobt Rezensent Ulrich Baron dieses Buch über die beiden ersten Weltkonzerne der Geschichte: die 1600 gegründete englische East India Compagny (EIC) und die niederländische Vereinigte Ostindische Kompanie (VOC), die in der frühen Neuzeit die bereits damals hochentwickelten Märkte Ostasiens erschlossen hätten. Was den Rezensenten an dieser Studie besonders beeindruckt, ist die Herausarbeitung der großen historischen Linien, an denen für ihn die Entwicklung vom "privaten Kolonialhandel" bis in den Kolonialismus kenntlich wird. Jürgen G. Nagels Studie schließe in ihre Betrachtungen auch die Bedingungen mit ein, unter denen die ökonomische Erschließung Ostasiens stattgefunden hat, und spreche in diesem Zusammenhang auch über militärische Interventionen sowie gezielte Einflussnahme auf die Produktion. Wer sich ernsthaft mit der Frühgeschichte der Globalisierung befassen wolle, die um 1600 mit dem hier beschriebenen Handel von Tee und Gewürzen begonnen habe, kommt aus Sicht des Rezensenten um dieses Buch in Zukunft nicht herum.
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