Mario Niemann

Die Sekretäre der SED-Bezirksleitungen 1952-1989

Cover: Die Sekretäre der SED-Bezirksleitungen 1952-1989
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2007
ISBN 9783506764010
Gebunden, 446 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mario Niemann legt die erste kollektive Biografie und Analyse der regionalen Führungskader der SED vor, der Sekretäre der Bezirksleitungen. Diese fungierten als Bindeglied zwischen der zentralen Parteiführung in Berlin und den lokalen Kreisparteiorganisationen. Ihre Aufgabe bestand darin, auf ihrem Territorium die Beschlüsse des Zentralkomitees auszuführen und die Erfüllung der vorgegebenen Pläne zu gewährleisten. Die hauptamtlichen Sekretäre als maßgebliche Funktionäre und eigentliche Führung der Bezirksleitungen befanden sich dabei immer im Spannungsfeld zwischen direkten Vorgaben der Parteiführung, die eine Durchführung ihrer Beschlüsse verlangte, und der Erwartungshaltung der einheimischen Bevölkerung, die umgehende und dauerhafte Lösungen auftretender Probleme einforderte. Die Arbeit analysiert zum einen in gruppenbiografischer Hinsicht die Sekretäre der SED-Bezirksleitungen und damit die Kaderpolitik der Parteiführung auf der "mittleren Ebene" der SED vom Zeitpunkt der Bildung der Bezirke in der DDR im August 1952 bis zum Zusammenbruch der SED-Herrschaft im Herbst 1989, zum anderen die konkreten Handlungsspielräume auf der regionalen Leitungsebene der SED im System des "demokratischen Zentralismus".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2008

Mit Rezensent Klaus-Dietmar Henke widmet sich ein ausgewiesener Experte in Sachen Totalitarismus diesem Buch über SED-Bezirksfunktionäre, allerdings tut er dies ausgesprochen streng. Spannend findet er die Studie, weil sie sich das richtige Thema herausgesucht hat. Denn den Funktionären kam tatsächlich die entscheidende Rolle dabei zu, den Machtanspruch der Partei zu behaupten, den Staat gleichzuschalten und die Gesellschaft zu mobilisieren, schreibt Henke. Von Mario Niemann fühlt er sich aber nur "in extenso" über die Biografien der 400 Spitzenfunktionäre informiert, den generellen Kadermangel, die enorme Fluktuation und ihren geringfügigen Gestaltungsspielraum. Dies ist Henke alles viel zu lexikalisch und trocken geraten, vieles hat er nach eigenem Bekunden auch schon gewusst. Gern hätte der Rezensent mehr über den Herrschaftsalltag der Parteifunktionäre erfahren, wie er sich konkret in den einzelnen Bezirken zugetragen hat.

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