Dissertation. Die DDR-(N)ostalgie der Ostdeutschen ist immer wieder Gegenstand des öffentlich-medialen und wissenschaftlichen Diskurses. Katja Neller leistet durch Analysen des Niveaus, der Determinanten, der Entwicklung und der politischen Korrelate dieses Phänomens einen empirisch fundierten Beitrag zu der bisher stark normativ geprägten Debatte. Insgesamt betrachtet lässt sich für den Zeitraum 1990 bis 2004 ein hohes Maß an positiven Retrospektivbewertungen der DDR durch die Ostdeutschen nachweisen. Das Niveau von DDR-Nostalgie differiert allerdings in Bezug auf die jeweils betrachtete Dimension der positiven Orientierungen der neuen Bundesbürger gegenüber der ehemaligen DDR. Die Analyse der politischen Konnotationen zeigt, dass in der zeitlichen Perspektive keine generelle Depolitisierung der positiven Orientierungen der Ostdeutschen gegenüber der ehemaligen DDR ermittelt werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2008
Vorsichtig schaut sich Jochen Staadt die von Katja Neller zusammengestellten und ausgewerteten statistischen Erhebungen an: der ostalgische Fundamentalismus flößt ihm durchaus Angst ein. Für Staadt weisen Nellers "soziologische Schaubilder" und Befunde hin auf "ernste Gesinnungsdefizite" im Osten. Wie gut, meint er, dass es da noch die stark demokratisch orientierte "Go-West-Population" der 1,2 Millionen ehemaligen Ostdeutschlandbewohner gibt. Die kommt in Nellers Studie und damit in den Umfragewerten nämlich nicht vor.
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