Björn Lomborg, ehemaliges Greenpeace-Mitglied, leugnet weder den Klimawandel noch die Tatsache, dass wir ihn selbst verursacht haben. Doch selbst mit einer schnellen und drastischen Reduzierung des CO2-Ausstoßes würden wir die Folgen der Erderwärmung nur um einige Jahre hinauszögern können. Vielen Menschen, vor allem in den Entwicklungsländern, wäre damit jedoch nur wenig geholfen. Lomborg plädiert dafür, das Geld, das zurzeit in den Klimaschutz wandert, effektiver zu investieren etwa in die Bekämpfung von Epidemien oder in den Hochwasserschutz. Vor allem sollten wir uns darauf besinnen, dass unser oberstes Ziel nicht die Verringerung von Treibhausgasen ist, sondern die Verbesserung der Lebensbedingungen möglichst vieler Menschen. "Do good "statt "Feel good"!, lautet Lomborgs Appell in seiner scharfsinnigen Streitschrift, die vielen Klima-Apokalyptikern nicht gefallen wird.
Ein wenig einseitig und polemisch, aber insgesamt auf Grund seiner Deeskalationsargumentation doch wohltuend findet Rezensentin Christiane Grefe dieses Buch, das sie dezidiert als "Streitschrift" beschreibt. Björn Lomborg befasse sich darin mit dem Nachweis, dass das Gerede vom Klimawandel und seinen verheerenden Folgen insgesamt doch ziemlich übertrieben sei. Zwar besteht das Buch nach Auskunft der Rezensentin zu mehr als einem Viertel aus Fußnoten und Quellenangaben. Trotzdem lässt sie die Art, wie Lomborg die Argumente der anderen fetzt und schreddert, bis sie sich in das Korsett seiner Thesen fügen, nicht unbeeindruckt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.02.2008
Scharf ins Gericht geht Rezensent Christopher Schrader mit Björn Lomborgs Plädoyer, den Klimawandel nicht zu ernst zu nehmen. Vor allem kritisiert er die Argumentationsweise des Autors, die ihn in keiner Weise überzeugt. Er hält Lomborg vor, das Problem des Klimawandels mit "schmutzigen Tricks aus der Rhetorikschule" herunterzuspielen. Detailliert demonstriert Schrader, wie sich der Autor vor allem auf die schwachen Argumente der Klimaschützer einschießt, sich an argumentativen Exzessen abarbeitet oder Argumente verfremdet, ohne aber den Kern der Argumente zu treffen. Er sieht Lomborg außerdem nicht auf dem aktuellen Stand der Entwicklung. So weist er dessen Behauptung zurück, die Armut würde zugunsten des Klimaschutzes ignoriert. Auch die von Lomborg genannten Kosten der Umsetzung des Kioto-Protokolls hält er für falsch. Zudem ärgert er sich über eine Reihe von kleineren Fehlern, die nur auffielen, wenn man Lomborgs Text mit den zitierten Quellen vergleiche. Letztlich kann er den Vorwurf, den der Autor Vertretern eines globalen Klimaschutzes macht, nur an ihn zurückgeben, nämlich "stures, absichtliches Vorbeidenken an der entscheidenden Frage" zu betreiben.
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